Generation Ü50 Best Ager zwingen Städte zu Investitionen

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Wo lebt die Generation Ü50?

Was ein Mann vor seinem 50. Geburtstag getan haben sollte
Mindestens ein Kind zeugenDas wichtigste zuerst. Männer kommen zwar nicht in die Wechseljahre, aber die Fruchtbarkeit nimmt mit dem Alter ab. Verlassen Sie sich nicht darauf, wie Charly Chaplin und Luis Trenker auch noch mit 80 Kinder zeugen zu können. Vermutlich wird das eher nicht klappen. Zumal Sie dazu auch noch eine deutlich jüngere Frau benötigen. Quelle: dpa
Einen Baum pflanzenDie Bibel hat recht. Zumindest in diesem Fall. Pflanzen Sie am besten einen Obstbaum, dessen Wachstum Sie miterleben und dessen Früchte Sie alljährlich genießen können. Quelle: Fotolia
Dem Chef die Meinung sagenGängeleien, Demütigungen, Ungerechtigkeiten. Irgendwann ist es genug, wenn Mann seine Selbstachtung und die der anderen nicht verlieren will. Wenn es zuviel ist, sagen Sie Ihrem Chef in aller Ausführlichkeit, was Sie von ihm halten. Lassen Sie am besten alles auf einmal raus. Denn die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Sie danach nicht nur Ihre Frustration, sondern auch Ihren Job los sind. Quelle: Fotolia
Eine Prügelei durchstehenNatürlich wird ein Gentleman nur in äußersten Notlagen handgreiflich. Aber wenn er tätlich angegriffen wird, lässt er sich nicht ohne Gegenwehr zusammenschlagen. Selbst wenn Sie unterliegen, werden Sie sich zumindest im Nachhinein besser fühlen, wenn sie nicht vor Angst gewinselt haben. Quelle: Fotolia
Einen Marathon laufenEs geht darum, sich selbst zu bezwingen. 42,2 km sind lang. Spätestens bei Kilometer 39 werden Sie leiden. Aber halten Sie durch. Wer einen Marathon gelaufen ist, weiß, dass er kein Weichei ist. Alternative: Mit dem Fahrrad über einen Alpenpass fahren. Quelle: REUTERS
Einen Berg besteigenEs muss nicht der Mount Everest sein. Aber den einen oder anderen schönen Berg sollte ein Mann bezwungen haben, solange das Herz mitspielt. Tun Sie es also dem Dichter Petrarca gleich, der 1336 den Mont Ventoux (1912 Meter) bestieg - "einzig von der Begierde getrieben, diese ungewöhnliche Höhenregion mit eigenen Augen zu sehen" - und damit als Urgroßvater des Alpinismus gilt. Quelle: AP
Einmal voll über die Stränge schlagenVöllig besoffen ins Bett getorkelt ist wohl fast jeder schon mal. Aber davon reden wir jetzt nicht. Es geht darum, dass Sie Dinge getan haben müssen, über die man in Ihrem Bekanntenkreis noch nach Jahren redet. Wie Sie das anstellen, überlassen wir Ihrer Phantasie. Zu viel des Guten ist es erst, wenn Sie von der Polizei in eine kleine gemütliche Zelle verfrachtet werden. Quelle: dpa

Aufgrund sinkender Geburtenzahlen und steigender Lebenserwartung steigt der Anteil der Über 50-Jährigen an der Bevölkerung. Aktuell hat Mecklenburg-Vorpommern den höchsten Anteil an 50 bis 65-Jährigen, am wenigsten Menschen in dem Alter leben in Hamburg.

Der Vergleich der 71 kreisfreien Städte ab 100.000 Einwohner zeigt: Durchschnittlich jeder fünfte Einwohner in diesen Städten ist zwischen 50 und 65 Jahre alt. Städte mit einem großen Anteil an sogenannten Best Ager liegen im Ruhrgebiet. Verhältnismäßig weniger gibt es hingegen in Städten mit vielen Studenten wie München, Dresden und Münster.

Nicht nur ein Kostenfaktor

In Cottbus will man die ältere Generation nicht nur als Kostenfaktor sehen. Seniorenbeauftragte Heike Konzack weiß, wie sehr die Stadt auf die Senioren angewiesen ist. „Wenn deren ehrenamtliches Engagement wegbräche, könnten wir die Stadt zumachen“, sagt sie. Vor allem in den Sportvereinen hielten Senioren den Betrieb am Laufen, zum Beispiel als Übungsleiter.

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Eine Studie des Deutschen Zentrums für Altersfragen kommt zu dem Schluss, dass der Anteil der erwerbstätigen und ehrenamtlich beschäftigten Rentner in Deutschland seit Jahren steigt. Konzack hat schon häufig beobachtet, dass sich Stadtverwaltung und Unternehmen um Mitarbeiter im Ruhestand bemühen. „Teilweise arbeiten die Älteren dort im Ruhestand sogar ehrenamtlich weiter“, sagt sie.

Die wachsende Zahl der Über 50-Jährigen hat noch eine weitere Auswirkung. Sie verschiebt das Machtgefüge innerhalb der Städte. In Cottbus wurde der Seniorenbeirat 2011 in die Hauptsatzung der Stadt aufgenommen und hat so enorm an Bedeutung gewonnen. Seine Mitglieder werden seitdem gewählt und beraten die Verwaltung in vielen Punkten, berichtet Seniorenbeauftragte Heike Konzack. „Wenn es mehr Senioren gibt, wird der Einfluss automatisch größer.“ In der Verwaltung gebe das die richtigen Impulse, sagt sie. Sie stellt aber auch klar: „Wir wollen keine Seniorenstadt werden.“

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