GfK-Konsumklima Deutsche Verbraucher sind in Kauflaune

Das GfK-Konsumklima stabilisiert sich im August. Konsumenten blicken zunehmend optimistisch auf ihre eigene zukünftige Finanzlage. Damit bleibt der private Konsum eine wichtige Stütze für die deutsche Konjunktur.

So macht Geld doch glücklich
Tipp 1: Geben Sie Ihr Geld für Erlebnisse ausRichtig investieren – bei diesem Stichwort denken viele automatisch an Immobilien. Aber haben Sie sich schon einmal gefragt, wie ein neues Haus dauerhaft glücklich machen soll? Eben. Dutzende von Studien zeigen: Erlebnisse machen glücklicher. Zum einen gewöhnen wir uns schnell an Besitztümer. Zum anderen bleibt ein Erlebnis wie ein Traumurlaub länger im Gedächtnis. Und drittens verbringen Sie solche Reisen in den meisten Fällen in Gesellschaft – und andere Menschen sind eine der größten Glücksquellen. So machen Sie es richtig: Investieren Sie nicht in materielle Dinge, sondern in Ihr Leben, raten Elizabeth Dunn und Michael Norton in ihrem Buch " Happy Money: So verwandeln Sie Geld in Glück". Und da das Leben nun einmal ein Sammelsurium kleiner, schöner Erfahrungen und Erlebnisse ist, von besonderen und weniger besonderen Tagen und Erinnerungen, geben Sie Ihr Geld auch für solche aus. Hauptsache, Sie erleben etwas. Quelle: REUTERS
Tipp 2: Gönnen Sie sich etwas BesonderesFakt ist: Die alltäglichen Dinge wissen wir meist weniger zu schätzen. Wann haben Sie das letzte Mal einen Kaffee wirklich genossen, anstatt ihn hektisch runterzukippen? Wann haben Sie das Mittagessen in Ruhe verzehrt, anstatt es zu verschlingen? "Wenn wir uns auf das beschränken, was uns am besten gefällt, kann das eine regelrechte Verjüngungskur für uns sein", sagen Dunn und Norton, "die uns dazu bringt, uns auch an kleinen Dingen wieder mehr zu erfreuen." So machen Sie es richtig: Suchen Sie das Besondere in den Dingen, auch in den ganz kleinen. Erlebnisse bedeuten meist mehr als Produkte. Wenn Sie das verstanden haben, können Sie auch kleine Anschaffungen wieder genießen. Quelle: AP
Tipp 3: Kaufen Sie Zeit Laut dem Statistischen Bundesamt der USA verbringen die Amerikaner mehr als zwei Wochen im Jahr mit Pendeln – mehr als ihre durchschnittliche Urlaubszeit. Ein amerikanischer Durchschnittshaushalt gibt fast 20 Prozent seines Einkommens fürs Autofahren aus. In Haushalten mit niedrigem Einkommen können es sogar bis zu 40 Prozent sein. Wenn man nun einen besonders langen Arbeitsweg hat, ist die Verlockung groß, noch mehr Geld für ein größeres, bequemeres Auto auszugeben. Aber ist das sinnvoll? So machen sie es richtig: "Kaufen Sie sich Zeit", raten Nortun und Dunn in " Happy Money". Heißt: Fahren Sie lieber mit dem Zug zur Arbeit anstatt sich lange Strecken im schicken Auto zu einem weiter entfernten Arbeitsplatz zu quälen. Ihrer Kosten-Nutzen-Bilanz kommt das zugute. Sie haben zwar weniger Einnahmen und kein schickes Auto - dafür aber Zeit, die Sie mit Familie und Freunden verbringen können. Quelle: dpa
Tipp 4: Hinterfragen Sie Ihre KaufentscheidungenEin weiterer Teil des Problems ist der Unterschied zwischen Zeit und Geld. Wer diese Woche knapp bei Kasse ist, wird vermutlich annehmen, dass er es auch nächste Woche oder nächsten Monat noch ist. Zu wenig Zeit zu haben, sehen wir eher als vorübergehenden Zustand an. Die Folge: Wir lassen uns leicht von Produkten verleiten, die keinerlei Auswirkung darauf haben, wie wir unsere Zeit verbringen. So machen Sie es richtig: Ein Haus am Stadtrand mag idyllisch sein, aber Ihrer Zeitbilanz wird es vermutlich schaden - denn Sie werden Stunden im Feierabendverkehr verbringen. Fragen Sie sich also vor allem bei größeren Anschaffungen: Wie beeinflussen sie meine Zeit? Quelle: dpa
Tipp 5: Bezahlen Sie, bevor Sie konsumierenViele neigen dazu, Waren sofort zu konsumieren, aber später erst zu bezahlen. Dieses Verhalten macht aber nur kurzfristig glücklich. Zum einen besteht die Gefahr der Verschuldung, zum anderen ist die Freude über einen Kauf umso größer, je länger man darauf warten muss. Nicht umsonst sagt ein bekanntes Sprichwort: "Vorfreude ist die schönste Freude." So machen Sie es richtig: Drehen Sie das Prinzip um: Sofort bezahlen, aber erst später konsumieren. Ein Beispiel: All-Inclusive-Urlaub. Einmal am Urlaubsort angekommen, schlürfen Sie Cocktails umsonst und können sich den Bauch vollschlagen, ohne zu bezahlen. Natürlich ist nichts wirklich gratis, aber weil Sie Ihren All-inclusive-Urlaub schon Monate zuvor bezahlt hatten, schmecken Drinks und Essen so gut, als gäbe es sie umsonst Quelle: dpa
Tipp 6: Erzeugen Sie Vorfreude Hinauszögern kann die Freude am Konsum verstärken, weil es das auslöst, was Dunn und Norton den „Speichelflusseffekt“ nennen. College-Studenten sollten sich in einem Experiment zwischen zwei Pralinen entscheiden. Sie durften die Praline, die sie gewählt hatten, entweder sofort essen - oder erst eine halbe Stunde später. Und siehe da: Wer auf seine Praline gewartet hatte, genoss sie anschließend umso mehr. Der Grund: Die Verzögerung gab ihnen Zeit, sich den Geschmack der Praline vorzustellen – ihnen lief das Wasser buchstäblich im Mund zusammen. So machen Sie es richtig: Kaufen Sie sich Produkte nicht sofort, sondern warten Sie noch ein wenig. Denn der Verzögerungsgenuss schenkt Vorfreude - und macht umso glücklicher, wenn sie das Produkt letztlich besitzen. Quelle: dpa
Tipp 7: Helfen Sie anderen MenschenSchon Warren Buffett wusste es: „Geben ist seliger denn nehmen“. Denn Menschen sind soziale Wesen - deswegen macht es uns glücklich, anderen zu helfen. Auch finanziell. So machen Sie es richtig: Wenn Buffet durch Spenden glücklicher werden konnte, können Sie das auch. Überlegen Sie doch mal, wie es wäre, Ihr Geld für andere Menschen auszugeben. Das kann Sie sogar noch glücklicher machen, als sich selbst zu verwöhnen. Quelle: dpa
Tipp 8: Planen Sie richtigAus jeder Euromünze das größte Maß an Zufriedenheit herauszuholen, muss gut geplant sein. Wichtig: Geben Sie Ihr Geld nicht ständig ungeplant aus. Denken Sie lieber darüber nach, welche Ausgaben Sie kürzen könnten. So machen Sie es richtig: Notieren Sie eine Woche lang jede einzelne Geldausgabe. Und nun ordnen Sie Ihre Ausgaben den fünf Prinzipien von Nortun und Dunn zu: 1. Erlebnisse kaufen. 2. Sich etwas Besonderes gönnen. 3. Zeit kaufen. 4. Sofort bezahlen, später konsumieren. 5. In andere Menschen investieren. Sehen Sie sich anschließend alle Ausgaben an, die Sie getätigt haben, die in keine der Kategorien fallen – und schauen Sie, auf wie viele davon Sie in der nächsten Woche verzichten können. Weitere Tipps und Trick, was Sie mit Ihrem Geld anstellen können, um glücklich zu werden, verraten Elizabeth Dunn und Michale Nortun in ihrem Buch "Happy Money".

Die Stimmung der Verbraucher in Deutschland bleibt gut. Das Barometer für das Konsumklima im August verharrte bei 10,1 Punkten, wie die Nürnberger GfK-Forscher am Mittwoch mitteilten. Die Konsumenten schätzen die künftige Konjunktur zwar etwas skeptischer ein als zuletzt, blicken jedoch mit großer Zuversicht auf ihre eigene künftige Finanzlage. Zudem ließ ihre Bereitschaft nach, Geld für größere Einkäufe auszugeben. Dennoch betonte GfK-Fachmann Rolf Bürkl: "Die Konsumlust der Verbraucher ist ungebrochen." Unterm Strich sei der private Konsum auch 2015 eine wichtige Stütze für die Konjunktur.

Allerdings spielten neben dem guten Arbeitsmarkt und der niedrigen Inflation auch andere Dinge eine Rolle. "Die internationale Lage, die Krisen in Europa und im Nahen und Mittleren Osten können der Binnenkonjunktur einen Dämpfer versetzen", warnte Bürkl. Vor allem die Euro-Schuldenkrise und die Zukunft Griechenlands seien hier von Bedeutung.

Das Teilbarometer der GfK für die Konjunktur trübte sich den zweiten Monat in Folge ein. Demnach rechnen die Bürger in den kommenden Monaten weiter mit Wirtschaftwachstum in Deutschland - "wenngleich nicht mehr so stark wie noch vor wenigen Wochen angenommen", sagte Bürkl. Der Index für die Einkommenserwartung hingegen kletterte auf ein Rekordhoch. Die Aussichten für die künftige Finanzlage zeige sich damit "völlig unbeeindruckt von internationalen Krisen und den Ereignissen um Griechenland".

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