GfK-Konsumklima Flüchtlingskrise dämpft europäische Kauflaune

Die Europäer haben weniger Lust, zu konsumieren. Dieser Trend soll sich auch in Zukunft fortsetzen. Laut Experten hängt die gemilderte Kauflaune mit der Flüchtlingskrise zusammen.

Kunden laufen durch ein Einkaufszentrum. Quelle: dpa

Die dramatische Zuspitzung der Flüchtlingskrise im Sommer drückt auf die Stimmung der europäischen Verbraucher. „Das europäische Konsumklima hat sich im Verlauf des dritten Quartals leicht abgekühlt“, sagte Rolf Bürkl vom Nürnberger Marktforschungsunternehmen GfK der Deutschen Presse-Agentur. Der Konsumklimaindex für die 28 Länder der Europäischen Union sank von 10,8 auf 10,3 Punkte, wie die Gesellschaft für Konsumforschung mitteilte. Nach einem Aufwärtstrend in den ersten beiden Quartalen, hinterließe die Flüchtlingskrise nun ihre ersten Spuren, erläuterte Bürkl.

Fragen zur gerechten Verteilung der Asylbewerber innerhalb Europas und zu deren Integration in die Gesellschaft hätten die Berichterstattung in den Medien von Juli bis September beherrscht. Im sinkenden Stimmungsbarometer spiegle sich die Verunsicherung der Verbraucher wider. Außerdem zeigten die Kriege mit der Terrormiliz Islamischer Staat in Syrien oder Irak ihre Wirkung. „Vor allem bei der Konjunkturerwartung zeigt sich in einigen Ländern, dass die Krisen durchschlagen“, sagte Bürkl. Das sei insbesondere bei stark vom Flüchtlingsstrom betroffenen Staaten wie Griechenland und Italien der Fall.

So macht Geld doch glücklich
Tipp 1: Geben Sie Ihr Geld für Erlebnisse ausRichtig investieren – bei diesem Stichwort denken viele automatisch an Immobilien. Aber haben Sie sich schon einmal gefragt, wie ein neues Haus dauerhaft glücklich machen soll? Eben. Dutzende von Studien zeigen: Erlebnisse machen glücklicher. Zum einen gewöhnen wir uns schnell an Besitztümer. Zum anderen bleibt ein Erlebnis wie ein Traumurlaub länger im Gedächtnis. Und drittens verbringen Sie solche Reisen in den meisten Fällen in Gesellschaft – und andere Menschen sind eine der größten Glücksquellen. So machen Sie es richtig: Investieren Sie nicht in materielle Dinge, sondern in Ihr Leben, raten Elizabeth Dunn und Michael Norton in ihrem Buch " Happy Money: So verwandeln Sie Geld in Glück". Und da das Leben nun einmal ein Sammelsurium kleiner, schöner Erfahrungen und Erlebnisse ist, von besonderen und weniger besonderen Tagen und Erinnerungen, geben Sie Ihr Geld auch für solche aus. Hauptsache, Sie erleben etwas. Quelle: REUTERS
Tipp 2: Gönnen Sie sich etwas BesonderesFakt ist: Die alltäglichen Dinge wissen wir meist weniger zu schätzen. Wann haben Sie das letzte Mal einen Kaffee wirklich genossen, anstatt ihn hektisch runterzukippen? Wann haben Sie das Mittagessen in Ruhe verzehrt, anstatt es zu verschlingen? "Wenn wir uns auf das beschränken, was uns am besten gefällt, kann das eine regelrechte Verjüngungskur für uns sein", sagen Dunn und Norton, "die uns dazu bringt, uns auch an kleinen Dingen wieder mehr zu erfreuen." So machen Sie es richtig: Suchen Sie das Besondere in den Dingen, auch in den ganz kleinen. Erlebnisse bedeuten meist mehr als Produkte. Wenn Sie das verstanden haben, können Sie auch kleine Anschaffungen wieder genießen. Quelle: AP
Tipp 3: Kaufen Sie Zeit Laut dem Statistischen Bundesamt der USA verbringen die Amerikaner mehr als zwei Wochen im Jahr mit Pendeln – mehr als ihre durchschnittliche Urlaubszeit. Ein amerikanischer Durchschnittshaushalt gibt fast 20 Prozent seines Einkommens fürs Autofahren aus. In Haushalten mit niedrigem Einkommen können es sogar bis zu 40 Prozent sein. Wenn man nun einen besonders langen Arbeitsweg hat, ist die Verlockung groß, noch mehr Geld für ein größeres, bequemeres Auto auszugeben. Aber ist das sinnvoll? So machen sie es richtig: "Kaufen Sie sich Zeit", raten Nortun und Dunn in " Happy Money". Heißt: Fahren Sie lieber mit dem Zug zur Arbeit anstatt sich lange Strecken im schicken Auto zu einem weiter entfernten Arbeitsplatz zu quälen. Ihrer Kosten-Nutzen-Bilanz kommt das zugute. Sie haben zwar weniger Einnahmen und kein schickes Auto - dafür aber Zeit, die Sie mit Familie und Freunden verbringen können. Quelle: dpa
Tipp 4: Hinterfragen Sie Ihre KaufentscheidungenEin weiterer Teil des Problems ist der Unterschied zwischen Zeit und Geld. Wer diese Woche knapp bei Kasse ist, wird vermutlich annehmen, dass er es auch nächste Woche oder nächsten Monat noch ist. Zu wenig Zeit zu haben, sehen wir eher als vorübergehenden Zustand an. Die Folge: Wir lassen uns leicht von Produkten verleiten, die keinerlei Auswirkung darauf haben, wie wir unsere Zeit verbringen. So machen Sie es richtig: Ein Haus am Stadtrand mag idyllisch sein, aber Ihrer Zeitbilanz wird es vermutlich schaden - denn Sie werden Stunden im Feierabendverkehr verbringen. Fragen Sie sich also vor allem bei größeren Anschaffungen: Wie beeinflussen sie meine Zeit? Quelle: dpa
Tipp 5: Bezahlen Sie, bevor Sie konsumierenViele neigen dazu, Waren sofort zu konsumieren, aber später erst zu bezahlen. Dieses Verhalten macht aber nur kurzfristig glücklich. Zum einen besteht die Gefahr der Verschuldung, zum anderen ist die Freude über einen Kauf umso größer, je länger man darauf warten muss. Nicht umsonst sagt ein bekanntes Sprichwort: "Vorfreude ist die schönste Freude." So machen Sie es richtig: Drehen Sie das Prinzip um: Sofort bezahlen, aber erst später konsumieren. Ein Beispiel: All-Inclusive-Urlaub. Einmal am Urlaubsort angekommen, schlürfen Sie Cocktails umsonst und können sich den Bauch vollschlagen, ohne zu bezahlen. Natürlich ist nichts wirklich gratis, aber weil Sie Ihren All-inclusive-Urlaub schon Monate zuvor bezahlt hatten, schmecken Drinks und Essen so gut, als gäbe es sie umsonst Quelle: dpa
Tipp 6: Erzeugen Sie Vorfreude Hinauszögern kann die Freude am Konsum verstärken, weil es das auslöst, was Dunn und Norton den „Speichelflusseffekt“ nennen. College-Studenten sollten sich in einem Experiment zwischen zwei Pralinen entscheiden. Sie durften die Praline, die sie gewählt hatten, entweder sofort essen - oder erst eine halbe Stunde später. Und siehe da: Wer auf seine Praline gewartet hatte, genoss sie anschließend umso mehr. Der Grund: Die Verzögerung gab ihnen Zeit, sich den Geschmack der Praline vorzustellen – ihnen lief das Wasser buchstäblich im Mund zusammen. So machen Sie es richtig: Kaufen Sie sich Produkte nicht sofort, sondern warten Sie noch ein wenig. Denn der Verzögerungsgenuss schenkt Vorfreude - und macht umso glücklicher, wenn sie das Produkt letztlich besitzen. Quelle: dpa
Tipp 7: Helfen Sie anderen MenschenSchon Warren Buffett wusste es: „Geben ist seliger denn nehmen“. Denn Menschen sind soziale Wesen - deswegen macht es uns glücklich, anderen zu helfen. Auch finanziell. So machen Sie es richtig: Wenn Buffet durch Spenden glücklicher werden konnte, können Sie das auch. Überlegen Sie doch mal, wie es wäre, Ihr Geld für andere Menschen auszugeben. Das kann Sie sogar noch glücklicher machen, als sich selbst zu verwöhnen. Quelle: dpa

Auch in Deutschland befindet sich die Konjunkturerwartung weiter auf Talfahrt. Der Indikator sank im September zum vierten Mal in Folge. Neben der Flüchtlingskrise kämpfe die Bundesrepublik wie auch andere exportorientierte Staaten mit dem wirtschaftlichen Umbau in China.

In Griechenland habe die gerade noch abgewendete Staatspleite die eh schon schlechte Konsumstimmung nochmals stark eingetrübt. Regierungschef Alexis Tsipras von der Linkspartei Syriza hatte im Juli das dritte milliardenschwere Hilfspaket mit den Geldgebern ausgehandelt. In den kommenden Jahren sollen im Gegenzug dafür weitere Spar- und Reformauflagen umgesetzt werden. Wegen der neuen Absprachen rechneten viele Griechen offenbar mit weiteren drastischen finanziellen Einschnitten. Das schlage sich auf die Einkommenserwartung nieder.

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Beim Blick nach vorn sind die Nürnberger Marktforscher eher skeptisch. Inwieweit die Integration der Flüchtlinge in den einzelnen EU-Ländern wirtschaftliche Konsequenzen habe, bleibe zwar noch abzuwarten.

Der europaweit rückläufige Trend werde sich aber vermutlich fortsetzen. „Ich gehe nicht davon aus, dass sich im Verlauf des Jahres eine Erholung einstellt“, sagte Bürkl.

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