GfK-Konsumklimaindex Kauflaune der Deutschen ist ungebrochen

Die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin ist umstritten, noch weiß niemand, wie die vielen Neuankömmlinge in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Und dennoch: Die Konsumlust der Deutschen dämpft all das bislang nicht.

Gute Aussichten für die deutsche Wirtschaft
Eine Euro-Münze Quelle: dpa
Container werden auf Lastwagen geladen Quelle: dpa
Eine geöffnete Kasse Quelle: dpa
Ein Sparschwein und Cent-Münzen auf einem Sparbuch Quelle: dpa
Eine Baustelle Quelle: dpa
Ölpumpen Quelle: dpa
Jemand mit einem Schweißbrennner Quelle: dpa

Deutschlands Verbraucher lassen sich auch von Terrorwarnungen und der Debatte über Flüchtlinge ihre Kauflaune nicht verderben. Vor allem der stabile Arbeitsmarkt und die weiter wachsende Nachfrage nach Arbeitskräften wirken sich derzeit positiv auf den Konsum aus, wie das Marktforschungsunternehmen GfK am Donnerstag in Nürnberg mitteilte.

Zwar haben die Erwartungen der Bürger an die konjunkturelle Entwicklung demnach zuletzt wieder etwas abgenommen, die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen blieb aber stabil. Die Einkommenserwartung nahm spürbar zu. Der von der GfK ermittelte Konsumklimaindex für März stieg deshalb erstmals im neuen Jahr leicht, von 9,4 auf 9,5 Punkte.

Solange die Konjunktur stabil und die Arbeitsplätze sicher sind, „dürfte sich das vorerst auch kaum ändern“, sagte der GfK-Konsumforscher Rolf Bürkl der Deutschen Presse-Agentur. „Und dann kommt vermutlich auch hinzu, dass jetzt die ersten Forderungen der Gewerkschaften im Hinblick auf die Tarifrunden dazugekommen sind“, betonte er. „Die Beschäftigten wissen, dass das nicht der Abschluss ist, aber die Forderung weckt Hoffnungen auf eine gute tarifliche Einkommensentwicklung in diesem Jahr“, sagte Bürkl. Die Gewerkschaften wollen sechs Prozent mehr Gehalt für die mehr als zwei Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen.

Derzeit dränge die gute Arbeitsmarktlage Faktoren wie die Flüchtlingskrise, die latent vorhandene Terror-Gefahr sowie konjunkturelle Abschwächungen in einer Reihe aufstrebender Wirtschaftsnationen wie China in den Hintergrund. „Nach den Erfahrungen der letzten Jahre gehe ich davon aus, dass sich die Stimmung so lange stabil entwickeln kann, wie die Angst vor Arbeitslosigkeit gering ist“, sagte Bürkl.

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Zwar gehen die Verbraucher demnach davon aus, dass die Arbeitslosigkeit insgesamt wegen der vielen auf den Arbeitsmarkt drängenden Flüchtlinge zunimmt. Der Anteil derjenigen, die Angst um ihren Arbeitsplatz haben, habe sich im Verlauf des vergangenen Jahres allerdings nicht markant verändert.

Nach wie vor schwelten im Hintergrund aber Risiko-Faktoren für die Verbraucherstimmung: Die bislang ungelöste Flüchtlingskrise mit einer möglichen Abschottung einzelner Länder sowie das Schließen von Grenzen würde besonders Deutschland als Exportnation treffen, warnte Bürkl. Das könnte die konjunkturellen Aussichten dämpfen. Eine Trendwende sei aber keinesfalls abzusehen.

Da sich die Konjunkturerwartungen der Verbraucher immer leicht verzögert zum Ifo-Geschäftsklima entwickle, sei außerdem nicht auszuschließen, dass sich diese eintrübten. Zum Start ins Jahr war der Ifo-Index überraschend deutlich gefallen.

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