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Glücksatlas 2012 Nord-Europäer sind am glücklichsten

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Aufschwung macht glücklich

Mit Herzen und Kleeblättern verzierte Äpfel Quelle: dpa/dpaweb

Das Glücksranking basiert auf Daten der EU-Kommission und Interviews mit mehr als 60 000 Bürgern in Europa, die sich zu der Frage äußern sollten: „Wie zufrieden sind Sie insgesamt mit dem Leben, das Sie führen?“ Die Skalierung ergibt sich aus den Antworten „sehr zufrieden“ (10 Punkte), „ziemlich zufrieden“ (6,66 Punkte), „nicht sehr zufrieden“ (3,33 Punkte) und „überhaupt nicht zufrieden“ (0 Punkte).

Wachstum macht nicht alle glücklicher.

Überraschend ist dabei das Ergebnis für Deutschland: Hier ist der Glücksfaktor trotz Krise so stark wie nirgendwo sonst in Europa gestiegen (Rang 9, zuvor Rang 15). Ökonom Vatter erklärt dies vor allem mit dem europaweit singulären Aufschwung am deutschen Arbeitsmarkt. Die Jobsituation sei für die persönliche Befindlichkeit generell „von ganz zentraler Bedeutung“ und wichtiger als zum Beispiel das Wirtschaftswachstum oder steigende Reallöhne. Untersuchungen für die Jahre 1992 bis 2010 zeigen, dass das Bruttoinlandsprodukt um acht Prozent zulegen muss, damit die Zufriedenheit der Menschen genauso stark steigt wie bei einer um einen Prozentpunkt fallenden Arbeitslosenquote.

Unzufriedenheit bei Ost-Senioren

Ebenso erstaunlich wie der Glückssprung in Deutschland insgesamt sind die regionalen Unterschiede hierzulande. Die Ostdeutschen präsentieren sich deutlich missmutiger als die Einwohner der alten Bundesländer. Dabei fällt auf, dass sich vorzugsweise die Alten unwohl fühlen, während es bei der jüngeren Generation kaum ein Glücksgefälle gibt. Die Unzufriedenheit vieler Ost-Senioren führt Vatter dabei nur gut zur Hälfte auf harte ökonomische Faktoren zurück. Hinzu käme ein historischer „Echoeffekt“. Vatter: „Die untergegangene DDR scheint als Staatsform bei vielen älteren Ostbürgern noch nachzuhallen.“

Zumindest ein Gutes hat die aktuelle Wirtschaftskrise für die international wachsende Gemeinde der Glücksforscher. „Bisher haben sich die meisten wissenschaftlichen Studien auf steigende Einkommen und ihre Effekte konzentriert“, sagt der griechische Ökonom und Glücksforscher Stavros Drakopoulos von der Universität Athen. Nun „können wir erstmals systematisch untersuchen, was passiert, wenn die Einkommen fallen.“

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