Handelspolitik Corona-Protektionismus nimmt wieder zu

Mit den Handelsmaßnahmen versuchen verschiedene Länder, den Kamp gegen die Covid-19-Pandemie zu erleichtern. Quelle: REUTERS

Corona ist aus den Köpfen vieler Menschen verschwunden. Doch im Welthandel wirkt die Pandemie noch immer nach: Handelsbeschränkungen für medizinische Güter haben einen neuen Höchststand erreicht.

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Die Zahl der Handelsbeschränkungen, die Staaten wegen Covid-19 eingeführt haben, ist in den vergangenen Monaten gestiegen. Seit Jahresbeginn wurden insgesamt elf neue Ausfuhrbeschränkungen für medizinische Güter verhängt, hinzu kamen 28 neue Einfuhrhürden. Das zeigt eine Auswertung der Datenbank Global Trade Alert (GTA) der Universität St. Gallen.

Die Entwicklung stehe nicht im Zusammenhang mit den Handelssanktionen gegen Russland, heißt es von den Verantwortlichen des GTA. Zwischen Mitte 2021 und Februar 2022 hatte es kaum neue Handelsrestriktionen gegeben.

Der GTA ermittelt seit der Finanzkrise 2008 systematisch staatliche Eingriffe in den freien Handel. Die Schweizer Protektionismusforscher melden Stand Juni 261 restriktive Ausfuhr- und Einfuhrbestimmungen für medizinische Güter weltweit. Damit seien mehr Ausfuhrkontrollen für medizinische Güter in Kraft als zu Beginn der Pandemie, sagt GTA-Gründer Simon Evenett, Professor an der Universität St. Gallen. „Dies deutet darauf hin, dass sich mehr Regierungen nach innen wenden und das Vertrauen in ausländische Lieferanten verloren haben“, sagt er.

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Ob es gerechtfertigte Gründe für die Beschränkungen gebe, hält der Ökonom für zweifelhaft. Er  befürchtet vielmehr, dass der weltweite Handel mit medizinischen Gütern nachhaltig durch die Pandemie und deren Folgen geschädigt werde – sofern die Regierungen die Handelsbeschränkungen nicht bald rückgängig machen.

Lesen Sie auch: Der Ökonom Simon Evenett spürt mit Algorithmen versteckte Handelsbarrieren auf – und seine Sammlung wächst immer schneller.

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