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Ifo-Präsident Sinn "Die Retterei wird in eine Transferunion münden"

Exklusiv
Seite 2/2

Bedeutung für Deutschland

Und was bedeutet das alles für Deutschland? Auf all jene Länder, die sich in der Vergangenheit kräftig im Ausland verschuldeten, kommen 2012 noch schwierigere Zeiten zu. Das wiederum beeinträchtigt den deutschen Export; erste Anzeichen dafür gab es schon im vergangenen Jahr. Doch gleichzeitig profitiert unser Binnenmarkt, weil die Korrektur der Kapitalmärkte zu Deutschlands Gunsten ausgeht. Jedenfalls sind die Kräfte, die im Süden und Westen der Euro-Zone eine Flaute auslösen, die gleichen, die hier die Binnenkonjunktur treiben. Bereits 2011 steuerte der Außenbeitrag nach Berechnungen des ifo Instituts nur 0,8 Prozentpunkte zur Zunahme des Bruttoinlandsprodukts von drei Prozent bei. Mit einem Beitrag von 1,2 Prozentpunkten waren die Bruttoinvestitionen der wesentliche Impulsgeber.

Dieses Jahr muss sich die deutsche Wirtschaft noch mehr auf die inländische Nachfrage stützen, denn laut ifo-Prognose könnte der Außenbeitrag bei der Wachstumsberechnung 2012 sogar negativ zu Buche schlagen. Demgegenüber bleibt die heimische Nachfrage nach Investitionsgütern und zunehmend auch nach Konsumgütern relativ robust. Das bedeutet: Unter dem Strich könnten wir dank der Binnennachfrage von Unternehmen und Verbrauchern ungeschoren durch die Krise kommen.

Der ifo-Geschäftsklimaindex trotzt dem allgemeinen Abwärtstrend jedenfalls mit erstaunlicher Kraft. Speziell der Boom im Wohnungsbau dürfte weitergehen, weil die Menschen auf der Suche nach werterhaltenden Kapitalanlagen sind. Nach der schrecklichen Zeit, in der die Banken und Versicherungen unsere Ersparnisse in Lehman-Brothers-Zertifikaten und griechischen Staatspapieren anlegten, fließt das Spargeld heute verstärkt wieder in „Betongold“.

Fazit: Die Aussichten für Deutschland sind zwar gedämpft, aber im Vergleich zu vielen anderen Ländern, insbesondere in Europa, immer noch ordentlich. Der Drache spricht in Deutschland chinesisch.

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