Ifo-Umfrage Unternehmen bauen weiter Jobs ab

Exklusiv

Die Eurokrise bremst die deutsche Konjunktur und belastet den Arbeitsmarkt. Das zeigt eine Umfrage des Münchner ifo Instituts unter knapp 600 Unternehmen im Auftrag der WirtschaftsWoche.

Fujitsu streicht 400 Jobs
Fujitsu Der japanische Elektronikkonzern Fujitsu will einem Zeitungsbericht zufolge in Deutschland 400 bis 500 Arbeitsplätze abbauen. Eine endgültige Entscheidung solle nach Verhandlungen mit den Beschäftigten fallen, berichtete die japanische Wirtschaftszeitung
Lufthansa Technik Quelle: dpa
DAK Gesundheit Quelle: dpa
EnBWDer Energieversorger baut weiter Stellen ab: Die Energie Baden-Württemberg werde sich aus dem Strom- und Gasvertrieb an Großkunden der Industrie zurückziehen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Davon seien 400 Beschäftigte betroffen, denen ein Aufhebungsvertrag oder ein alternativer Arbeitsplatz im Konzern angeboten werde. Auch im Privatkundengeschäft, der Energieerzeugung und der Verwaltung steht demnach Stellenabbau bevor, der noch nicht beziffert wurde. In den vergangenen zwei Jahren waren bereits rund 1650 Stellen weggefallen. Quelle: dpa
Intel Quelle: REUTERS
Nokia Quelle: dpa
Der IT-Konzern IBM plant in Deutschland offenbar einen massiven Stellenabbau Quelle: dpa

Demnach wollen die Betriebe im nächsten Jahr ihre Mitarbeiterzahl per Saldo verringern und weniger investieren. So planen 16 Prozent der Befragten, ihren Personalbestand zu verringern, nur 14 Prozent wollen ihn ausweiten. Der Abbau der Beschäftigung soll gleichermaßen über Zeitarbeiter und Stammbeschäftigte erfolgen. Ihre Investitionsbudgets wollen 31 Prozent der befragten Unternehmen herunterfahren, nur 23 Prozent wollen mehr Geld für neue Maschinen und Anlagen ausgeben. Als wichtigste Gründe für die Investitionszurückhaltung nennen die Betriebe die schlechten Absatzaussichten und die Unsicherheiten durch die Euro-Krise. Insgesamt rechnet eine Mehrheit der Befragten damit, dass die deutsche Wirtschaft 2013 nur langsam wächst (47 Prozent). 41 Prozent gehen von einer Stagnation aus, 12 Prozent rechnen sogar mit einer schrumpfenden Wirtschaft.


Das größte Risiko für die Konjunktur sehen die Unternehmen in einer Eskalation der Euro-Krise. Auf dem zweiten Platz folgen steigende Strom- und Energiepreise. Die Energiewende lehnt die große Mehrheit der Unternehmen (56 Prozent) daher wegen der steigenden Kosten ab. Auch die Euro-Politik der Bundesregierung findet bei der Mehrheit der Unternehmen keine Zustimmung. 50 Prozent der Befragten fordern die Regierung auf, mehr Härte gegenüber den Krisenländern zu zeigen und den Austritt einzelner Länder aus dem Euro hinzunehmen. Nur 38 Prozent glauben, dass die Bundesregierung in der Euro-Politik alles richtig gemacht hat.

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