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IMD World Competitiveness Ranking Dank disziplinierter Finanzstrategie an die Spitze: Schweiz hängt China und Deutschland ab

Die Schweiz nimmt eine Spitzenposition in der Innovation ein. Dies sei das Fundament für langfristige Leistung, wobei Bildung und andere Faktoren sowohl eine produktive Belegschaft als auch die Forschung vorantreiben würden. Quelle: dpa

Die Schweiz ist laut neuestem IMD-Ranking die effizientes Volkswirtschaft. Den ersten Platz sicherte sich das Land zum ersten Mal. Für China hat es überraschenderweise nicht für eine Spitzenposition gereicht.

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Erstmals hat sich die Schweiz den ersten Platz im IMD-Ranking der effizientesten Volkswirtschaften gesichert – und dass in einem Jahr, in dem die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronapandemie deutlich spürbar waren. Schweden kam auf den zweiten Platz (von Platz 6 im vergangenen Jahr) und Dänemark auf den dritten Platz (Platz 2 im Jahr 2020), wobei die europäischen Volkswirtschaften die Krise besser überstanden als die meisten anderen Regionen. Die Niederlande (im vergangenen Jahr ebenfalls auf Platz 4) vervollständigen die Top Five, gefolgt von Singapur. Singapur stürzte vom ersten Platz ab, den es in den vergangenen zwei Jahren innehatte. Deutschland landete in dem Ranking auf Platz 15 – immerhin eine Verbesserung zum Vorjahr (Platz 17).

Seit 33 Jahren erstellt die Schweizer Management-Hochschule IMD das „World Competitiveness Ranking“. Darin untersuchen die Forscher 64 Volkswirtschaften und bewerten das Ausmaß, in dem ein Land den Wohlstand seiner Bevölkerung fördert, indem es das wirtschaftliche Wohlergehen anhand von Daten und Umfrageantworten von Führungskräften misst.

So kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass Qualitäten wie Investitionen in Innovation, Digitalisierung, Wohlfahrtsleistungen und eine Führung, die zu sozialem Zusammenhalt fördert, den Volkswirtschaften geholfen haben, die Krise besser zu überstehen. Das hat ihnen einen höheren Rang in der Wettbewerbsfähigkeit ermöglicht.



Ein weiterer Trend, der sich zeigte, ist, dass Länder, die sich vor der Pandemie einen gewissen wirtschaftlichen Puffer aufgebaut hatten, besser abschnitten – trotz hoher Corona-Infektionsraten. Das würde laut Arturo Bris, Direkot des IMD Competitiveness Center und Professor für Finanzen, auch den Schweizer Erfolg erklären: „Obwohl die Schweiz die Pandemie nur langsam bekämpft hat, hat sie ihr zukünftiges Wirtschaftswachstum nicht gefährdet, weil sie eine disziplinierte Finanzstrategie verfolgte, indem sie nicht zu viel ausgegeben hat.“

Dazu nimmt die Schweiz eine Spitzenposition in der Innovation ein. Dies sei das Fundament für langfristige Leistung, wobei Bildung und andere Faktoren sowohl eine produktive Belegschaft als auch die Forschung vorantreiben würden. Auch digital fortgeschrittene Volkswirtschaften, die ohne Probleme Homeoffice ermöglichen konnten, gehören zu den Gewinnern und konnten im Vergleich mit Mitbewerbern besser gedeihen. Digitale Vorreiter waren etwa Singapur, gefolgt von den Niederlanden, Schweden, Finnland und den USA.

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China nicht in den Top 15

Auf den ersten Blick mag es überraschen, aber China hat es in dem IMD-Ranking nicht auf die Spitzenplätze geschafft. Das Land kommt auf Platz 16, gegenüber Platz 20 im vergangenen Jahr. Dies sei aber eigentlich keine Überraschung, so Bris. „Indem China weiterhin die Armut reduziert und die Infrastruktur und das Bildungswesen fördert, stärkt es die Möglichkeit, in der Rangliste aufzusteigen.“ Dennoch sei das Land trotz seiner Größe und seines BIP-Wachstumspotenzials nicht unter den Top Ten, da es bei der Wettbewerbsfähigkeit um Wohlstand, nicht unbedingt um Wachstum gehen würde.

Mehr zum Thema: Mehr Wagnis wagen – das war die Hoffnung, als die Regierung zwei Innovationsagenturen aufsetzte. Doch während das US-Vorbild Darpa mit weiteren Milliarden gefüttert wird, drohen die deutschen Nachahmerprojekte im Paragrafendickicht zu ersticken.

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