Inflation Chinas Hersteller heben Preise so langsam an wie seit 17 Monaten nicht mehr

Haupttreiber der Verbraucherpreise sind steigende Preise für Lebensmittel. Quelle: dpa

Auch wenn die Erzeugerpreise langsamer steigen, legen die Preise für die chinesischen Verbraucher weiter zu. Insbesondere ein Segment treibt die Preise.

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Die chinesischen Produzenten haben im Juli dem globalen Kostendruck getrotzt. Die Erzeugerpreise stiegen mit 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat so langsam wie seit fast anderthalb Jahren nicht mehr, wie das Statistikamt am Mittwoch in Peking mitteilte.

Im Juni lag das Plus noch bei 6,1 Prozent. Das ist eine gute Nachricht für Wirtschaft und Verbraucher in Deutschland: Aus keinem anderem Land der Welt werden so viele Waren importiert wie aus der Volksrepublik – sie summierten sich 2021 auf mehr als 142 Milliarden Euro. Der nachlassende Preisdruck bei den chinesischen Herstellern könnte damit rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft viel Inflationsschub bei Waren herausnehmen.

„Die Inflation ab den Werkstoren wird für den Rest des Jahres auf einem Abwärtspfad bleiben“, sagte der China-Ökonom von Capital Economics, Zichun Huang, voraus. „Denn die Rohstoffpreise sinken weiter und die Versorgungsengpässe lassen nach.“ So wird wegen der Immobilienkrise in China weniger gebaut, was die Nachfrage nach einer Reihe von Rohstoffen sinken lässt. Das wiederum dämpft den Teuerungsdruck.



Die Preise für die chinesischen Verbraucher legten im Juli um 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu. Das ist die höchste Inflationsrate seit zwei Jahren. Von Reuters befragte Ökonomen hatten sogar mit einem Anstieg auf 2,9 Prozent gerechnet.

Haupttreiber sind steigende Preise für Lebensmittel: Diese kosteten durchschnittlich 6,3 Prozent mehr als im Juli 2021. Ausschlaggebend dafür ist wiederum die starke Verteuerung von Schweinefleisch, das gut ein Fünftel mehr kostete.

Da die Inflationsrate trotz des Anstiegs unter der von der Zentralbank ausgegebenen Toleranzschwelle von drei Prozent verharrt, kann sie mit einer lockeren Geldpolitik weiterhin die schwächelnde Konjunktur ankurbeln. Diese wird von Corona-Lockdowns belastet.

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Der einst überaus starke Immobilienmarkt taumelt zudem von einer Krise zur nächsten. Führende chinesische Politiker signalisierten deshalb zuletzt, dass das offizielle Wachstumsziel der Regierung von rund 5,5 Prozent für 2022 verfehlt werden dürfte. Von Reuters befragte Ökonomen rechnen nur mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von 4,0 Prozent in diesem Jahr.

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