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Inflation im September Deutsche Inflationsrate erstmals seit 1993 über Vier-Prozent-Marke

Die Energiepreise sorgen für steigende Inflation. Quelle: X01622

Die Teuerungsrate hat im September die Marke von vier Prozent überschritten. Experten zufolge ist damit das Maximum aber noch nicht erreicht.

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Die Inflation in Deutschland hat im September erstmals seit knapp 28 Jahren wieder die Vier-Prozent-Marke überschritten. Die Verbraucherpreise lagen um 4,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag anhand einer vorläufigen Berechnung mitteilte. Eine Vier vor dem Komma bei der Teuerungsrate hatte die Wiesbadener Behörde zuletzt im Dezember 1993 mit damals 4,3 Prozent ermittelt.

In Bayern, Brandenburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen verteuerten sich Waren und Dienstleistungen zwischen 4,0 und 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie die Statistikämter am Donnerstag mitteilten. Nur in Baden-Württemberg blieb die Inflation knapp unter der Vier-Prozent-Schwelle.

Im August hatte die Inflationsrate bundesweit noch bei 3,9 Prozent gelegen. Von Reuters befragte Ökonomen rechneten nun mit einem Wert von 4,2 Prozent. Experten zufolge ist damit das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. „Wir werden in den nächsten Monaten noch höhere Inflationsraten bekommen“, sagte kürzlich der Konjunkturchef des Münchner Ifo-Instituts, Timo Wollmershäuser. „Sie wird vielleicht in Richtung fünf Prozent gehen.“ Die starke Teuerung ist dem Bankenverband zufolge auf temporäre Sondereffekte zurückzuführen wie dem extrem niedrigen Ausgangsniveau bei den Rohstoffpreisen, Pandemie- und Lockdown-bedingten Nachholeffekten oder der vorübergehenden Mehrwertsteuersenkung im Kampf gegen die Corona-Krise in der zweiten Jahreshälfte 2020.

Mehr zum Thema: Der Inflationsdruck in der Wirtschaft wächst. Dennoch spielt das Thema in der aktuellen politischen Diskussion kaum eine Rolle. Und die EZB schießt gegen die Kritiker ihrer Geldpolitik.

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