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Interview mit Mark Zandi "Uns droht eine gefährliche Preisspirale"

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Weniger Kredite

Griechenland ist am schlechtesten in die EU integriert
Mann mit griechischer Flagge Quelle: dapd
Blick auf Warschau Quelle: dpa
Blick auf Riga Quelle: dpa
Blick auf das ungarische Parlament Quelle: dpa
Platz in Vilnius, Litauen Quelle: AP
Ein Mädchen winkt mit der schwedischen Flagge Quelle: dpa
Urmas Paet und Frank-Walter Steinmeier Quelle: dpa

Welchen?

Der Stresstest, den die EZB derzeit bei den größten europäischen Banken durchführt, führt zu einem großen Druck auf die Finanzinstitute. Banken werden weniger Kredite vergeben können, weil sie im Zuge des Stresstests Assets verkaufen, um ihre Bilanzen zu bereinigen. Sinkt die Kreditvergabe in den Euro-Ländern aber noch weiter, hat das negative Folgen für das Wachstum. Und anders als in den USA gibt es in Europa kaum andere Quellen der Finanzierung außer über die Banken. Wenn also das Wachstum in den Euro-Ländern wegen der weiter nachlassenden Kreditvergabe der Banken stockt, dann ist das ein Grund für die EZB, geldpolitisch einzugreifen – vor allem dann, wenn der Euro immer noch bei 1,37 zum Dollar steht. Ich rechne deshalb damit, dass Draghi schon vor der Bekanntgabe der Stresstestergebnisse im Herbst eingreifen wird. Er bereitet die Märkte ja derzeit intellektuell mit Worten darauf vor. Quantitative Easing würde den Euro drücken, die Banken könnten sich billiger rekapitalisieren.

Rechnen Sie damit, dass auch die EZB ein Anleihe-Ankaufprogramm startet, so wie es die US-Notenbank getan hat?

Der Kauf von Wertpapieren wie Staatsanleihen und Hypothekenpapieren, wie es die US-Notenbank tut, ist schwierig für die EZB. Da kommen nicht nur rechtliche Probleme auf, wie die Frage, ob die EZB damit Staatsfinanzierung betreibt. Zudem ist unklar, ob das Geld, welches die EZB über den Ankauf von Staatsanleihen den Banken zukommen lässt, tatsächlich in der Realwirtschaft ankommt, also ob damit die Kreditvergabe angekurbelt wird.

Konjunktur



Welche geldpolitischen Instrumente kämen dann infrage?

Eine Möglichkeit wären zum Beispiel Covered Bonds, gedeckte Schuldverschreibungen. Der Markt hat derzeit ein Volumen von rund einer Billion Euro. Es gab ja bereits zwei Programme zum Ankauf solcher Papiere durch die EZB, um den Refinanzierungsproblemen der Banken entgegenzuwirken.

Was erwarten Sie von dem Banken-Stresstest, den die Europäische Zentralbank gerade bei den 128 größten Banken durchführt?

Es hat seit der Euro-Krise drei Stresstests gegeben, die alle nicht genügten. Mehr als fünf Jahre nach der Krise sinkt die Kreditvergabe in den Euro-Ländern immer noch. Deshalb ist dieser Stresstest sehr wichtig. Dieses Mal scheint er in die richtige Richtung zu gehen. Die Banken fangen an, sich über die Härte des Tests zu beschweren. Das ist ein gutes Zeichen dafür, dass die Prüfer hart zur Sache gehen. Ein wunder Punkt an der angestrebten zentralen europäischen Bankenaufsicht ist der Bail-out-Fonds. Der ist mit 55 Milliarden Euro viel zu klein. Hier müssen die Politiker noch nachlegen. Es ist ein großes Risiko für die Euro-Länder, sollten die Banken nicht über genügend Kapital verfügen.

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