Karriere Perfekte Orte für eine hoch bezahlte Karriere

Akademiker zieht es nach Frankfurt. Das bringt der Bankenmetropole Reichtum – und Ärger.

Die Bankenskyline von Frankfurt am Main Quelle: dpa

Deutschlands Bankenmetropole ist auch das Jobparadies der Republik. Nach dem Urteil der IW-Forscher ist keine andere deutsche Stadt so gut geeignet, um eine hoch bezahlte Karriere zu machen, wie Frankfurt. „Wirtschaftsraum“ nennen die Wissenschaftler ihren Subindikator, und welche Stadt hier vorne ist, hat alles, was ihren Bürgern jetzt und später mal Wohlstand bringen kann. Städte, die bei dieser Wertung an der Spitze liegen, locken die besten Nachwuchskräfte an.

Die besten Städte für Akademiker
Rang 10, Nürnberg: In der bayerischen Stadt arbeitet jeder dritte Meinungsforscher Deutschlands. Außerdem ist Nürnberg ein Zentrum der Informations- und Kommunikationsindustrie, sowie in den Bereichen Verkehr und Logistik. Erfreulich: In Nürnberg steigt die Zahl der Unternehmen. Das Gewerbesaldo – also die Zahl der Gewerbeanmeldungen minus der Zahl der -abmeldungen – liegt bei 3,2 je 1.000 Einwohner. Das bedeutet Rang 6 im Städteranking. Auch die Ingenieursdichte (4,1 Ingenieure je 1000 Einwohner, Rang 11) und das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner (45.602 Euro, Rang 12) sind überdurchschnittlich. In der Rangliste "Die besten Städte für Akademiker" landet Nürnberg auf Rang 10. Quelle: dpa
Rang 9, Mannheim: 53.275 Euro erwirtschaftet im Durchschnitt jeder Mannheimer pro Jahr. Damit liegt Mannheim im Städtevergleich auf Rang 7. Darüber hinaus hat Mannheim die neunthöchste Ingenieursdichte Deutschlands. Insgesamt springt für die Universitätsstadt Rang 9 heraus. Quelle: PR Stadt Mannheim
Rang 8, Wiesbaden: Knapp ein Drittel (30,5 Prozent) aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Wiesbaden arbeitet in wissensintensiven Dienstleistungsbranchen. Das ist der zehntbeste Wert im Deutschland-Vergleich. Das liegt zum einen an dem hohen Verwaltungsanteil als Landeshauptstadt Wiesbadens. Darüber hinaus sind aber auch die „R+V Versicherung“, die „Nassauische Sparkasse“ (Naspa) und die „SV SparkassenVersicherung“ große Arbeitgeber. Insgesamt erwirtschaftet jeder Wiesbadener im Jahr ein BIP in Höhe von 48.737 Euro (Rang 9). Quelle: dpa
Rang 7, Hamburg: Die Hansestadt boomt. Bestes Beispiel ist das Gewerbesaldo. Die Zahl der Gewerbeanmeldung minus der Zahl der -abmeldung liegt bei 4,6 je 1000 Einwohner. In keiner anderen deutschen Stadt ist der Wert höher. Auch beim BIP je Einwohner (49.327 Euro, Rang 8), der Ingenieursdichte (3,4, Rang 14) sowie beim Anteil der Beschäftigten in wissensintensiven Dienstleistungsbranchen (28,0 Prozent, Rang 13) liegt Hamburg über dem Durchschnitt.    Quelle: dpa
Rang 6, Ludwigshafen: Die BASF-Stadt hat die zweitgrößte Ingenieursdichte in Deutschland. Auf 1000 Einwohner kommen 6,4 Ingenieure. Darüber hinaus punktet Ludwigshafen mit dem drittgrößten BIP je Einwohner (56.510 Euro). Quelle: dpa
Rang 5, Karlsruhe: Keinen Spitzenplatz, aber durch die Bank überdurchschnittlich: Karlsruhe weist das sechstgrößte BIP je Einwohner auf (54.072 Euro) und die fünfhöchste Ingenieursdichte (4,9 Ingenieure je 1000 Einwohner). Zudem arbeiten über 30 Prozent der Arbeitnehmer in wissensintensiven Dienstleistungsbranchen, Rang 9. Quelle: dapd
Rang 4, Düsseldorf: Die Rheinmetropole gilt als „Schreibtisch Nordrhein-Westfalens“. 16 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (SVB) haben einen FH- oder Hochschulabschluss, 32,7 Prozent der SVB arbeiten in wissensintensiven Dienstleistungsbranchen. Das BIP je Einwohner beträgt 73.766 Euro – der zweithöchste Wert Deutschlands. Quelle: dpa
Rang 3, Stuttgart: Die Heimat von Daimler, Porsche und Bosch (Gerlingen bei Stuttgart) ist auch eines der Zentren des deutschen Mittelstandes. Diese Unternehmen arbeiten vor allem als Zulieferer für die Automobilbranche. Keine Überraschung ist es folglich, dass Stuttgart die höchste Ingenieursdichte Deutschlands vorweisen kann. Auf 1000 Einwohner kommen 7,1 Ingenieure. Außerdem positiv: Mehr als jeder fünfte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (21,6 Prozent) hat einen FH- oder Hochschulabschluss – ebenfalls Rang 1. Quelle: dapd
Rang 2, München: Trotz Siemens: Die Ingenieursdichte in München belegt deutschlandweit „nur“ Rang 7. Auf 1000 Einwohner kommen 4,8 Ingenieure. 36,7 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (SVB) in München arbeitet in wissensintensiven Dienstleistungsbranchen (Rang 2). Ebenfalls den zweiten Rang belegt die Stadt beim Anteil der Hochqualifizierten: 21,4 Prozent der SVB können einen FH- oder Hochschulabschluss vorweisen. Quelle: AP
Rang 1, Frankfurt: Die Bankenmetropole erwirtschaftet das mit Abstand höchste BIP je Einwohner (81.593 Euro). Ein Großteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbeitet in wissensintensiven Dienstleistungsbranchen (37,7 Prozent, Rang Eins), fast jeder fünfte Beschäftigte (18,3 Prozent) hat ein FH- oder Universitätsstudium erfolgreich abgeschlossen. Da auch das Gewerbesaldo eine Top-Drei-Platzierung vorweisen kann, ist die Mainstadt die beste Stadt für Akademiker. Quelle: dpa


Um den Wirtschaftsraum zu testen, messen die Forscher das Qualifikationsniveau der Arbeitnehmer, die Dynamik der Unternehmen und die Unterstützung derselben durch die lokale Politik und Verwaltung. Hinter Frankfurt finden sich an der Spitze des Rankings München, Stuttgart und Düsseldorf – alles Zentren der deutschen Wirtschaftskraft: Allein 14 der 30 Dax-Konzerne haben in einer dieser Städte ihren Sitz.

Die Wirtschaftsmetropolen haben die Nase vorn

Kein Wunder, dass es auch einen Großteil der Uni-Absolventen in diese Orte zieht. Das zeigt sich beispielsweise am Indikator „Wissensintensive Dienstleistungen“. Der misst, wie groß der Anteil von Dienstleistungsunternehmen mit einem überdurchschnittlichen Anteil an Hochschulabsolventen an allen Unternehmen am Standort ist. Mit jeweils deutlich mehr als 30 Prozent landen die vier Wirtschaftsmetropolen in diesem Ranking allesamt unter den Top 10, Spitzenreiter Frankfurt kommt sogar auf einen Anteil von 37,7 Prozent. Zum Vergleich: Am anderen Ende der Skala, wo die produzierende Industrie noch verhältnismäßig viele schlecht bezahlte Arbeiterjobs hervorbringt, kommen Solingen, Ludwigshafen oder Mülheim nur auf einen Anteil von gut 15 Prozent.

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