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Konjunktur Arbeitslosigkeit sinkt, Wirtschaft schrumpft

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland geht weiter zurück. Auch vom Einzelhandel kommen überraschend positive Signale – insgesamt aber schrumpfte die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal.

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Rückgang der Arbeitslosenquote Quelle: dpa/dpaweb

Die deutschen Einzelhändler haben pünktlich vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft ihren Aufwärtstrend fortgesetzt. Sie nahmen im Oktober 1,0 Prozent mehr ein als im Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit. Ein größeres Umsatzplus hat es in diesem Jahr nur im Juli gegeben. Preisbereinigt (real) fiel der Zuwachs mit 0,7 Prozent mehr als doppelt so stark aus wie im September.

Besser als erwartet

Im November waren damit 214.000 Menschen weniger auf Jobsuche als ein Jahr zuvor. Die BA führte die positive Entwicklung auf die auslaufende Herbstbelebung zurück. Neben konjunkturellen Gründen hätten der Strukturwandel und die Reformen am Arbeitsmarkt die Chancen von Arbeitslosen deutlich verbessert, einen neuen Job zu finden. So habe sich die Arbeitslosigkeit in den vergangenen Jahren günstiger entwickelt, als dies bei gleicher Konjunktur noch vor zehn Jahren zu erwarten gewesen wäre.

„Der deutsche Arbeitsmarkt profitiert von der bisher guten wirtschaftlichen Entwicklung“, sagte BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt. Im November sei keine Eintrübung zu erkennen. „Die Arbeitslosigkeit geht zurück, die Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wachsen weiter, und die Nachfrage nach Arbeitskräften ist gestiegen.“

Wirtschaft droht wieder zu schrumpfen

Industrie leidet unter der nachlassenden Weltkonjunktur Quelle: dpa

Dennoch: Nach zweieinhalb Jahren stetigen Wachstums droht die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal erstmals wieder zu schrumpfen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet mit einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes von 0,2 Prozent. „Die Eurokrise schlägt mehr und mehr auf die deutsche Wirtschaft durch“, sagte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner.

Industrie in Schwierigkeiten

„Deshalb ist auch zum Jahresauftakt 2012 ein weiteres Minus beim Wachstum nicht ausgeschlossen.“ Zuletzt war das Bruttoinlandsprodukt zu Jahresbeginn 2009 auf dem Höhepunkt der Finanzkrise gesunken. Im abgelaufenen Quartal hatte es ein Plus von 0,5 Prozent gegeben. Auch wenn es zu einer Rezession mit mindestens zwei negativen Quartalen in Folge kommen sollte, rechnet das DIW nicht mit einem Schock wie im Winter 2008/09. „Die Unternehmen können vorübergehende Nachfragerückgänge verkraften, ohne dass sie in großem Stil entlassen müssen“, sagte Fichtner. Wenn sich die Unsicherheit im kommenden Jahr legt, kann die deutsche Wirtschaft die strukturellen Vorteile ausspielen und von dem immer noch ordentlichen Wachstum in den Schwellenländern profitieren.“

Unter Druck steht vor allem die exportabhängige Industrie, die in den vergangenen Monaten wegen der Schuldenkrise und der nachlassenden Weltkonjunktur weniger Aufträge erhalten hat.

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