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Konjunktur Bundesbank senkt Wachstumsvorhersagen

Container liegen zur Abfertigung am Containerterminal im Hamburger Hafen. Quelle: dpa

Das Wachstum der deutschen Wirtschaft wird in diesem Jahr nach Einschätzung der Bundesbank deutlich schwächer ausfallen als zunächst erwartet. Für 2018 erwartet die Zentralbank beim BIP nur noch ein Plus von 1,5 Prozent.

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Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft haben sich der Bundesbank zufolge deutlich eingetrübt. Aus heutiger Sicht würden für das Wirtschaftswachstum die Gefahren überwiegen, erklärte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann am Freitag zur Vorlage der halbjährigen Konjunkturprognose der Notenbank. Diese Risikoeinschätzung gelte in geringerem Maße auch für die Inflation. Der Auslastungsgrad in der Wirtschaft sei bereits hoch und er nehme in den kommenden Jahren nur noch leicht zu. Zudem schätzen die Bundesbank-Experten inzwischen die Entwicklung der Absatzmärkte für die deutschen Exportfirmen weniger günstig ein.

Die Bundesbank erwartet für 2018 jetzt nur noch einen kalenderbereinigten Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,5 Prozent. Im Juni hatte sie noch ein Plus von 2,0 Prozent vorhergesagt. Für nächstes Jahr wird nun ein Wachstum von 1,6 (bisher 1,9) Prozent erwartet, ebenso für 2020 (bisher 1,6). Für das Jahr 2021 gehen die Bundesbank-Volkswirte von 1,5 Prozent Plus aus. Mit ihrer skeptischeren Prognose stehen sie nicht alleine da. Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und das Institut für Weltwirtschaft (IfW) erwarten, dass die Konjunktur an Schwung verliert. Der am Freitag veröffentlichte Einkaufsmanager-Index deutete ebenfalls auf ein schwächeres Wachstum hin.

Hochkonjunktur hält vorerst an

Insgesamt erwartet die Bundesbank aber, das die deutsche Wirtschaft vorerst in einer Hochkonjunkturphase bleibt. Die Delle im dritten Quartal, die vor allem mit Problemen der Auto-Industrie zusammenhänge, werde daran nichts ändern, erklärten die Notenbank-Experten. Diese Schwierigkeiten hatten die Wirtschaft im Sommerquartal erstmals seit dreieinhalb Jahren schrumpfen lassen. Die demografische Entwicklung enge das künftige Wachstum jedoch ein. „Auf der Angebotsseite begrenzt sie den weiteren Anstieg der Erwerbstätigkeit und trägt so zu zunehmenden Engpässen am Arbeitsmarkt bei, auf der Nachfrageseite dämpft sie den Bedarf an Wohnraum und die Investitionsneigung der Unternehmen“, erklärte Weidmann.

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Die Bundesbank erhöhte zudem ihre Prognose für die Inflation im laufenden Jahr leicht. Für 2019 senkte sie dagegen ihre Vorhersage spürbar, was laut den Bundesbank-Experten vor allem mit geänderten Aussichten für die Energiepreise zusammenhängt. So gehen sie davon aus, dass sich Energie in der nächsten Zeit nur noch wenig verteuern wird.

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