WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Konjunktur Deutsche Exporte wachsen zehnten Monat in Folge

Die Exporterwartungen der deutschen Industrie kletterten im März von 11,9 Punkten auf 24,9 Punkte und damit auf den höchsten Wert seit Januar 2011, wie das Ifo-Institut bei seiner Umfrage herausfand. Quelle: dpa

Deutschen Unternehmen haben trotz der anhaltenden Coronakrise bei wichtigen Handelspartnern ihre Exporte im Februar bereits den zehnten Monat in Folge gesteigert. Allerdings schrumpfte die Produktion überraschend.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:

Die deutschen Unternehmen haben trotz der anhaltenden Coronakrise bei wichtigen Handelspartnern ihre Exporte im Februar bereits den zehnten Monat in Folge gesteigert. Ihre Ausfuhren wuchsen um 0,9 Prozent zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Plus von 1,0 Prozent gerechnet, nach einem Anstieg von 1,6 Prozent im Januar. Die Importe wuchsen ebenfalls, und zwar um 3,6 Prozent.

Die exportabhängige deutsche Industrie kann in den kommenden Monaten von der Erholung des Welthandels von der Corona-Krise profitieren. Nach dem historischen Einbruch 2020 dürfte die Weltwirtschaft dieses Jahr um 6,0 Prozent zulegen und damit so stark wie seit 1976 nicht mehr, sagt der Internationale Währungsfonds (IWF) voraus. Treiber sollen die beiden wichtigsten Abnehmer von Waren „Made in Germany“ sein: die USA und China. Unter den Exporteuren breitet sich deshalb große Zuversicht aus: Die Exporterwartungen der deutschen Industrie kletterten im März von 11,9 Punkten auf 24,9 Punkte und damit auf den höchsten Wert seit Januar 2011, wie das Ifo-Institut bei seiner Umfrage herausfand.

Insgesamt verkauften die Exporteure im Februar Waren im Wert von 107,8 Milliarden Euro ins Ausland. Verglichen mit Februar 2020 waren das 1,2 Prozent weniger. Dabei sanken die Ausfuhren in die EU-Staaten um 0,3 Prozent, die in den Rest der Welt nahmen um 2,3 Prozent ab. Die Exporte nach Großbritannien fielen nach Inkrafttreten des Brexit-Handelsabkommens erneut kräftigt, und zwar um 12,2 Prozent. Die Importe von dort brachen sogar um 26,9 Milliarden Euro ein.

Deutsche Produktion schrumpft überraschend – Aussichten aber positiv

Die deutsche Wirtschaft hat ihre Produktion im Februar überraschend den zweiten Monat in Folge gedrosselt. Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 1,6 Prozent weniger her als im Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Freitag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten dagegen einen Anstieg um 1,5 Prozent erwartet, nachdem es bereits im Januar ein Minus von 2,0 Prozent gegeben hatte. Im Vergleich zum Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Corona-Einschränkungen, lag die Produktion um 6,4 Prozent niedriger.

Das interessiert WiWo-Leser heute besonders


 Was heute wichtig ist, lesen Sie hier


Der Industrie dürften aber bessere Zeiten bevorstehen: Ihre Produktionserwartungen sind aktuell so hoch wie seit 30 Jahren nicht mehr. Der entsprechende Indikator stieg im März um 8,9 auf 30,4 Punkte, wie das Ifo-Institut zu seiner monatlichen Umfrage unter Unternehmen mitteilte. „Die Auftragsbücher füllen sich, und es gibt immer noch einen Nachholbedarf nach dem Krisenjahr“, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe. Nahezu alle Branchen kündigten demnach Produktionssteigerungen an. „Insbesondere die Auto- und die Elektroindustrie wollen ihre Produktion stark ausweiten“, sagte Wohlrabe.

Im Februar sackte die Industrieproduktion allein um 1,8 Prozent ab. Beim Bau gab es wohl auch wegen des Wintereinbruchs mit teils zweistelligen Minusgraden einen Rückgang von 1,3 Prozent. Auch die Energieerzeugung schrumpfte, und zwar um 1,0 Prozent zum Vormonat.

Mehr zum Thema: Neue Zölle gelten oft als größtes Risiko für die deutsche Exportwirtschaft. Dabei sind geopolitische Faktoren viel gefährlicher.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%