Konjunktur Deutsche Verbraucher retten das Wachstum

Private Haushalte geben ihr Geld immer schneller aus und stützen dadurch die Konjunktur. Die Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe erwarten daher ein moderates Wachstum im laufenden Jahr.

Private Einkäufe stützen die Konjunktur Quelle: dpa

Trotz der Turbulenzen in der chinesischen Wirtschaft erwartet der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) für 2016 ein leicht anziehendes Wachstum in Deutschland. Mit einem Plus von 1,8 Prozent werde es voraussichtlich einen Tick stärker ausfallen als 2015, als es 1,7 Prozent waren, sagte DSGV-Präsident Georg Fahrenschon am Dienstag in Berlin.

Die von außen kaum zu durchschauende Konjunkturlage in China mahne zwar zur Vorsicht. Doch dank solider Binnenkonjunktur könne die hiesige Wirtschaft den Risiken trotzen. Sie habe durch niedrige Zinsen, den schwächeren Euro und den Ölpreisverfall künstlichen Rückenwind. Der erwartete Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt werde nur unter dieser Einwirkung erreicht.

Was Analysten für das Anlagejahr 2016 erwarten
Deutsche Bank Quelle: REUTERS
Deka BankDie Fondsspezialisten der Sparkassen erwarten, dass der Goldpreis im kommenden Jahr deutlich unter die kritische Marke von 1000 Dollar fallen wird. S&P 500: 2000 Punkte Nikkei: 17000 Punkte Gold: 960 Dollar Öl: 57 Dollar Euro/Dollar: 1 Dollar Bundesanleihen 10 Jahre: 1 Prozent US-Treasury Rendite 10 Jahre: 2,9 Prozent Quelle: dpa
PostbankIm Gegensatz zur Deka Bank ist die Postbank beim Goldpreis etwas optimistischer. Ein möglicher Impuls kommt von der Schmucknachfrage, da die Konjunktur in Indien zuletzt deutlich besser lief als erwartet. S&P 500: 2250 Punkte Nikkei: 21750 Punkte Gold: 1100 Dollar Öl: 57 Dollar Euro/Dollar: 1 Dollar Bundesanleihen Rendite 10 Jahre: 1,0 Prozent US-Treasury Rendite 10 Jahre: 2,75 Prozent Quelle: dpa
Berenberg BankDeutschlands älteste Privatbank ist im Vergleich zur Konkurrenz vergleichsweise optimistisch, was den Euro angeht. S&P 500: 2200 Punkte Gold: 1150 Dollar Öl: 55 Dollar Euro/Dollar: 1,15 Dollar Bundesanleihen 10 Jahre Rendite: 1,1 Prozent US-Treasury Rendite 10 Jahre: 2,8 Prozent Quelle: obs
SantanderS&P 500: 2250 Punkte Gold: 1050 Dollar Öl: 55 Dollar Euro/Dollar: 1 Dollar Bundesanleihen Rendite 10-jährige: 0,9 Prozent US-Treasury Rendite 10-jährige: 2,75 Prozent Quelle: AP
Credit Suisse Quelle: REUTERS
Commerzbank Quelle: dpa


Der Verband hat erstmals eine gemeinsame Konjunkturprognose der Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe vorgelegt. DekaBank-Chefökonom Ulrich Kater erwartet dabei nicht, dass die Europäische Zentralbank in naher Zukunft von ihrer ultralockeren Geldpolitik abrücken wird. Vielmehr sei wahrscheinlich, dass die Euro-Hüter ihre Geldpolitik in diesem Jahr weiter lockern werden. "Die EZB ist mit ihren negativen Einlagenzinsen für das Bankensystem in Regionen vorgedrungen, wo die Gefahr besteht, dass einzelne Banken die Negativzinsen an ihre Kunden weitergeben", sagte Kater.

Das vom DSGV prognostiziert Wachstum werde hauptsächlich von der Binnenwirtschaft getragen, insbesondere vom privaten Konsum. Dieser hat stark zugelegt. "In 2015 sind die Konsumausgaben der privaten Haushalte um sagenhafte 1,9 Prozent gestiegen", sagt DSGV-Chefvolkswirt Michael Wolgast. Für 2016 sei eine Fortsetzung des Wachstums mit 1,8 Prozent auf annähernd gleichem Niveau zu erwarten.

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Niedrigzins beschleunigt Konsum

Grund für den starken Anstieg der Verbraucherausgaben seien laut DSGV die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt, der Anstieg der verfügbaren Einkommen sowie die extrem niedrige Preissteigerung. Hinzu kommen die historisch tiefen Zinsen, die Sparen weniger attraktiv und Konsum reizvoller machen.

Allerdings hat der Niedrigzins nach DSGV-Zahlen noch keine Auswirkungen auf das Sparverhalten: 2015 haben die Deutschen 173 Milliarden Euro und damit fünf Milliarden Euro mehr gespart als im Vorjahr. Die Sparquote sei 2015 leicht auf 9,6 Prozent gestiegen und dürfte 2016 9,7 Prozent betragen. Die Sparquote ist der Anteil des jährlichen Nettoeinkommens, den private Haushalte nicht ausgeben, sondern für die Zukunft zurücklegen.

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