Konjunktur Die deutschen China-Exporte schwächeln – aber das US-Geschäft brummt

Container in China. Quelle: dpa

Deutsche Unternehmen exportierten im Dezember knapp acht Prozent weniger nach China als im Vormonat. Das hat vor allem mit Chinas Null-Covid-Strategie zu tun.

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Das China-Geschäft der deutschen Wirtschaft schwächelt. Die Exporte in die Volksrepublik fielen im Dezember um 7,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 8,5 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag nach vorläufigen Berechnungen mitteilte. Dagegen brummte der Handel mit dem wichtigsten Kunden USA auch am Jahresende: Die Ausfuhren dorthin legten um 17,6 Prozent auf 10,7 Milliarden Euro zu.

Ein Grund für das schwache China-Geschäft dürfte die Null-Covid-Strategie der Regierung in Peking sein. Diese führt schon bei einer geringen Zahl von Ausbrüchen dazu, dass ganze Fabriken und Hafenanlagen geschlossen werden. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat die Führung in Peking zu einer Abkehr von ihrem strikten Kurs aufgerufen. Die Beschränkungen erwiesen sich als Belastung – sowohl für die chinesische als auch für die globale Wirtschaft, sagte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) wiederum befürchtet ebenfalls deutliche Bremsspuren im Geschäft mit dem wichtigen Handelspartner. „Sollte sich die Omikron-Variante auch in China schneller und leichter übertragen, könnte das erneut zum Flaschenhals für globale Lieferketten werden und eine Rezession in bestimmten Branchen der deutschen Industrie anheizen“, warnte der BDI. Mit den Engpässen könnten vermutlich auch höhere Preise einhergehen.

von Jörn Petring, Annina Reimann, Jürgen Salz, Peter Steinkirchner, Rüdiger Kiani-Kreß

Insgesamt fielen die deutschen Exporte in die Staaten außerhalb der Europäischen Union im Dezember 6,4 Prozent niedriger aus als im Vormonat. Der Handel mit diesen sogenannten Drittstaaten deckt durchschnittlich rund 47 Prozent aller deutschen Exporte ab. Die Exporte dorthin blieben aber kalender- und saisonbereinigt um 7,7 Prozent über dem Niveau vom Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland. Schlecht gelaufen ist zuletzt auch das Geschäft mit Großbritannien: Die Ausfuhren in das Vereinigte Königreich sanken im Vorjahresvergleich um 8,0 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro.

Mehr zum Thema: Ausgerechnet in Pekings Nachbarstadt Tianjin erlebt China kurz vor den Olympischen Spielen seinen ersten Omikron-Ausbruch. Die Führung reagiert radikal. Eine Verbreitung des Virus im Land hätte gravierende Folgen.

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