Konjunktur Erzeugerpreise im Euroraum steigen um 35,8 Prozent – und damit nicht mehr ganz so schnell

Die Produzentenpreise gelten als Frühindikator für die Entwicklung der Inflation. Für den Preisanstieg im Juni ist weiterhin maßgeblich eine Branche verantwortlich.

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Der Energiepreis-Schub infolge des Ukrainekriegs treibt die Inflation im Euro-Raum auf immer neue Rekordstände. Quelle: dpa

Die Preise der Hersteller in der Euro-Zone steigen trotz der stark steigenden im Energiesektor nicht mehr ganz so rasant wie zuletzt. Die Produzentenpreise in der Industrie erhöhten sich im Juni um 35,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Anstieg von 35,7 Prozent gerechnet. Im Mai hatte das Plus noch bei 36,2 Prozent gelegen und im April bei 37,3 Prozent.

Allein im Energiebereich gab es einen kräftigen Anstieg von 92,8 Prozent. Klammert man diesen Bereich aus, zogen die Erzeugerpreise insgesamt nur um 15,6 Prozent an.

Die Produzentenpreise gelten als Frühindikator für die Entwicklung der Inflation. In der Statistik werden die Preise ab Fabriktor geführt – also bevor die Produkte weiterverarbeitet werden oder in den Handel kommen. Sie können damit einen frühen Hinweis auf die Entwicklung der Verbraucherpreise geben.

Der Energiepreis-Schub infolge des Ukrainekriegs treibt die Inflation im Euro-Raum auf immer neue Rekordstände. Die Verbraucherpreise stiegen im Juli binnen Jahresfrist um 8,9 Prozent. Damit verfehlt die Europäische Zentralbank (EZB) ihr Inflationsziel weiterhin deutlich: Die Währungshüter peilen zwei Prozent Teuerung als idealen Wert für die Wirtschaft an.

Sie haben im Kampf gegen die Inflation die Zinswende eingeleitet und werden im September voraussichtlich nachlegen.

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