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Konjunktur EZB auf Kollisionskurs mit der deutschen Wirtschaft

Die deutsche Wirtschaft beginnt unter der Erholung des Euro zu leiden. 2013 könnte es bereits ein Minuswachstum geben.

Während die Interventionen der Europäischen Zentralbank (EZB) dem Euro zu künstlicher Stärke verholfen haben, muss die deutsche Wirtschaft der Schuldenkrise in Europa Tribut zollen. 2013 könnte es ein Minuswachstum geben. Quelle: dpa

Die Interventionen der Europäischen Zentralbank (EZB) zu Gunsten der Krisenländer haben dem Euro zu einer künstlichen Stärke verholfen. Doch während die europäischen Anleihe- und Aktienmärkte bereits das Ende der Euro-Krise sehen, bricht in Europa die Industrieproduktion weg. Nach dem dritten monatlichen Rückgang (minus 0,3 Prozent) in Folge erreichte die Industrieproduktion in der Eurozone im November 2012 das tiefste Niveau seit April 2010. Erwischt hat es vor allem die  Peripherieländer mit Portugal (minus 3,4 Prozent) und Spanien (minus 2,5 Prozent) an der Spitze.

Womit die Euro-Länder rechnen müssen
Frankreich Quelle: Reuters
Spanien Quelle: dapd
Griechenland Quelle: dpa
Zypern Quelle: dpa
Deutschland Quelle: dpa
Die Euroländer Quelle: REUTERS

In der Peripherie mehren sich die Anzeichen, dass sich Arbeitslosigkeit und Armut strukturell verfestigen. Hier zeigt sich die Ohnmacht der EZB am deutlichsten. Hoffnungen auf eine Stabilisierung der europäischen Wirtschaft im ersten Quartal 2013 werden immer schwächer, weil nun auch der deutschen Wirtschaft wegen des stärkeren Euros  und der geringeren Nachfrage aus Südeuropa die Luft auszugehen droht. Für das vierte Quartal 2012 rechnet das Statistische Bundesamt bereits mit einem Rückgang der deutschen Wirtschaftsleistung um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Gleichzeit laufen die Schulden der EU-Krisenländer weiter aus dem Ruder.

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Größter  Problemfall ist Spanien. Obwohl die spanischen Kreditkosten den tiefsten Stand seit zehn Monaten erreicht haben, dürfte das Haushaltsdefizit 2012 zum vierten Mal in Folge neun Prozent überschritten haben. Versprochen hatte der spanische Premierminister Mariano Rajoy ursprünglich eine Finanzierungslücke von maximal 6,3 Prozent. Möglich gemacht hat das die EZB mit ihren Euro-Rettungsprogrammen LTRO und OMT und billigem Geld. Der Internationale Währungsfonds (IWF) schätzt, dass 2013 die Schuldenquote Spaniens 97 Prozent der Wirtschaftsleistung erreichen wird. Von Schuldenabbau also keine Spur. Steigende Verschuldung und fallende Industrieproduktion sind für die europäischen Anleihen- und Aktienmärkte und letztlich für den Euro eine gefährliche Mischung.

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