Konjunktur: Habeck sieht weiter stagnierende Wirtschaft
Robert Habeck (Grüne) und sein Wirtschaftsministerium rechnen weiter nicht mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts.
Foto: dpaDie Konjunktur in Deutschland kommt nach Einschätzung des Bundeswirtschaftsministeriums vorerst nicht vom Fleck. Der Einstieg in das Jahresendquartal sei durch die schwache statistische Ausganglage zum Ende des dritten Quartals belastet, teilte das Ministerium von Ressortchef Robert Habeck (Grüne) am Dienstag mit. Allerdings hätten sich die Rahmenbedingungen angesichts deutlich sinkender Inflationsraten, steigender Realeinkommen und einer leichten Aufhellung der Stimmung in der Wirtschaft etwas verbessert.
„Die deutsche Wirtschaft befindet sich nach wie vor in einer Stagnation“, erklärte das Ministerium. Laut Schnellmeldung des Statistischen Bundesamts (Destatis) ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Sommer gegenüber dem Vorquartal um 0,1 Prozent geschrumpft. Gleichzeitig hat Destatis die Ergebnisse für das erste und zweite Quartal um jeweils 0,1 Prozentpunkte auf 0,0 Prozent beziehungsweise plus 0,1 Prozent aufwärts revidiert. Dies ändere aber das Bild der derzeitigen wirtschaftlichen Schwächephase nicht grundsätzlich, erläuterte das Ministerium.
Nach Einschätzung der Wirtschaftsweisen droht eine Rezession. Der Sachverständigenrat Wirtschaft erwartet, dass das BIP 2023 um 0,4 Prozent sinkt. Damit deckt sich die Prognose mit der Vorhersage der Regierung.
Für 2024 sind die Gutachter aber wesentlich skeptischer als Bundeswirtschaftsminister Habeck: Der Grünen-Politiker geht von 1,3 Prozent BIP-Wachstum aus, der Rat erwartet jedoch nur ein Plus von 0,7 Prozent.