Konjunktur Industrie stockt Belegschaft trotz Auftragsflaute auf – Autobranche reduziert Stellen

Weil die Auftragsbücher zunächst weiter voll sind, stellen die Industriebetriebe weiter ein. Insgesamt arbeiten 5,6 Millionen Menschen im Verarbeitenden Gewerbe.

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Im Vergleich zum Vormonat stellte die Industrie mehr als 26.000 neue Arbeitskräfte ein. Quelle: dpa

Trotz Auftragsflaute und drohender Rezession stellt die deutsche Industrie neue Mitarbeiter ein. Ende September waren knapp 5,6 Millionen Personen in den Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes tätig. Das waren 55.800 oder 1,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte.

Das war bereits der neunte Zuwachs in Folge. Auch im Vergleich zum Vormonat August wurden die Belegschaften aufgestockt, und zwar um 26.600 oder 0,5 Prozent.

Dabei machte sich die schwächere Weltkonjunktur und die im Winterhalbjahr erwartete Rezession in Deutschland zuletzt in deutlich weniger Bestellungen für die Industriebetriebe bemerkbar. Im September brachen sie um vier Prozent zum Vormonat ein.

Auf die Produktion dürfte dies allerdings vorerst nicht voll durchschlagen, da diese nach wie vor von den Lieferengpässen bei Vorprodukten und Rohstoffen behindert wird. Die Unternehmen sitzen deshalb auf einem rekordhohen Auftragsberg.

In den meisten großen Branchen setzte sich der Aufwärtstrend bei der Beschäftigung im September fort. Ein Ausnahme bildet allerdings die Autoindustrie: Hier nahm die Zahl der Beschäftigten um 0,9 Prozent ab.

Metall- und Maschinenbauer wachsen überdurchschnittlich

Besonders stark wuchs die Mitarbeiterzahl bei den Herstellern von elektrischen Ausrüstungen mit 4,5 Prozent sowie bei den Produzenten von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen mit 3,8 Prozent. Leicht überdurchschnittlich fielen auch die Zuwächse in der Metallerzeugung und -bearbeitung (+1,5 Prozent) sowie im Maschinenbau (+1,1 Prozent) aus.

Die Zahl der im September im Verarbeitenden Gewerbe geleisteten Arbeitsstunden stieg im Vorjahresvergleich bei gleicher Zahl an Arbeitstagen um 2,2 Prozent auf 700 Millionen. Die Entgelte für die Beschäftigten summierten sich auf rund 24,1 Milliarden Euro. In der Statistik werden jeweils nur Betriebe mit mindestens 50 Mitarbeitern geführt.

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