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Konjunktur Die deutsche Wirtschaft im Sog der Euro-Krise

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Keine Hilfe von außen

So viel kostet eine Stunde Arbeit in Europa
Supporters of the ultranationalist Bulgarian party Ataka (attack) wave national flags during a anti-government rally in central Sofia, Bulgaria Quelle: dpa/dpaweb
A woman peers through a Romanian flag during a protest against President Traian Basescu in Bucharest, Romania, Quelle: dapd
Die Flagge der Europäischen Union weht neben den Nationalfahnen der EU-Mitglieder Spanien Niederlande, Irland und Griechenland sowie Rumaenien (hinten v. l.), Portugal, Tschechien und Schweden Quelle: dapd
Die deutsche Flagge weht am 09.08.2012 an einem Schiff der Reederei Hiddensee vor der Silhouette der historischen Altstadt von Stralsund Quelle: dpa
Eiffelturm Quelle: gms
Der Dannebrog, die dänische Flagge, weht am 27.06.2012 an einem Ferienhaus in Henne Strand Quelle: dpa
Boddenhafen von Barth Quelle: ZB

Dass Europas darbende Wirtschaft Hilfe von außen bekommt, ist kaum zu erwarten. Denn auch in Amerika geht der Konjunktur mehr und mehr die Puste aus. Im ersten Quartal legte das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) der größten Volkswirtschaft der Welt lediglich um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu. Ohne den kräftigen Lageraufbau in den Unternehmen und den Rückgang der Sparquote der privaten Haushalte wäre die Wirtschaft kaum noch gewachsen.

Dax-Gewinne seit Dezember kräftig nach unten korrigiert

Weil die US-Betriebe ihre Lagerbestände in den nächsten Wochen wieder abbauen und die Bürger wieder mehr Geld auf die hohe Kante legen dürften, wird sich die Konjunktur wohl weiter abschwächen. Hinzu kommt, dass nach den gescheiterten Verhandlungen im Haushaltsstreit nahezu alle Ministerien in Washington ihre Ausgaben in diesem Jahr um bis zu acht Prozent kürzen müssen. Insgesamt wird die Regierung rund 85 Milliarden Dollar weniger in die Wirtschaft pumpen – was die US-Wirtschaft rund einen halben Prozentpunkt Wachstum kosten könnte.

In Europa bekommt das vor allem die deutsche Wirtschaft zu spüren. Knapp ein Zehntel aller deutschen Exporte gehen über den Atlantik. Seit Mitte vergangenen Jahres befinden sich die deutschen Ausfuhren nach Amerika im Sinkflug. Schaltet die US-Wirtschaft demnächst weiter zurück, könnte der Sink- in den Sturzflug übergehen. Selbst Wachstumsraten von drei Prozent, wie sie Experten für die deutschen Ausfuhren für dieses Jahr erwarten, wären dann kaum noch zu erreichen. Die deutsche Exportwirtschaft müsse sich daher auf magere Zeiten einstellen, warnt der Außenhandelsverband BGA.

Stellenabbau in Deutschland

Der chinesische Konjunkturmotor stottert

Zumal auch der chinesische Konjunkturmotor stottert. Im ersten Quartal wuchs die Wirtschaft des Riesenreichs nur noch um 7,7 Prozent zum Vorjahr. Der jüngste Rückschlag bei den Einkaufsmanagerindizes macht wenig Hoffnung, dass sich an der langsameren Gangart bald etwas ändert. Zu hoch sind die Schulden der Kommunen und Provinzen, als dass es aus Sicht der Machthaber in Peking Sinn machte, die Konjunktur mit staatlichen Ausgabeprogrammen zu stützen.

So bleibt Europa auf sich allein gestellt. Ein Kontinent, zerrissen von politischen Spannungen, heimgesucht von sich ausbreitender Reformmüdigkeit und vereint in der illusionären Hoffnung auf Erleichterung durch eine noch schneller rotierende Notenpresse.

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