Konjunktur Krieg treibt Inflation in Bundesländern in die Höhe – In Hessen auf 8,0 Prozent

Der Krieg in der Ukraine erhöht Verbraucherpreise in Deutschland. Quelle: IMAGO/Michael Gstettenbauer

Laut Ökonomen könnten die Verbraucherpreise auf den höchsten Stand seit Mitte 1982 steigen. Kraftstoffe verteuerten sich vereinzelt um fast 50 Prozent.

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Der Krieg in der Ukraine und die anziehenden Energiepreise treiben die Inflation in Deutschland nach oben. Allein im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen kletterte die Teuerungsrate im März auf 7,6 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 1973, wie das Statistische Landesamt am Mittwoch mitteilte. In Bayern lagen die Verbraucherpreise 7,8 Prozent über dem Vorjahresmonat und in Hessen mit 8,0 Prozent auf dem höchsten Wert seit 48 Jahren.

Deutschlandweite Daten veröffentlicht das Statistische Bundesamt am Nachmittag. Hier hatten von Reuters befragte Ökonomen bisher einen Anstieg auf 6,3 Prozent erwartet, nach 5,1 Prozent im Februar.

Das wäre der höchste Stand seit Mitte 1982. Allerdings signalisieren die Daten aus den Ländern, dass die Inflation für ganz Deutschland nun spürbar höher ausfallen dürfte.

Der russische Einmarsch in die Ukraine sorgt für drastisch steigende Energie- und Rohstoffpreise. Dies spüren die Verbraucherinnen und Verbraucher bereits beim Tanken und Heizen.

In NRW verteuerten sich Kraftstoffe bereits um fast 50 Prozent zum März 2021, und Heizen kostete knapp 40 Prozent mehr. Auch Speisefette und -öle mit rund 20 Prozent und Gemüse mit gut 14 Prozent verteuerten sich überdurchschnittlich.

In Bayern lag die Inflation nur bei fünf Prozent, wenn man Heizöl und Kraftstoffe herausrechnet. Während Dienstleistungen (ohne Nettokaltmieten) binnen Jahresfrist nur um 3,8 Prozent teurer wurden, kosteten Waren im Freistaat 13 Prozent mehr.

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Wegen der höheren Kosten wollen so viele Unternehmen wie noch nie ihre Preise in den kommenden drei Monaten anheben. Dies geht aus einer Umfrage des Münchner Ifo-Institut hervor.

„Der Angriff Russlands auf die Ukraine treibt nicht nur die Energiekosten in die Höhe, sondern auch die Preise vieler Agrarrohstoffe“, sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. „Damit dürfte die Inflationsrate in diesem Jahr auf deutlich über fünf Prozent steigen.“ Das habe es in Deutschland zuletzt vor über 40 Jahren gegeben, als die Inflationsrate nach der zweiten Ölpreiskrise im Jahr 1981 auf 6,3 Prozent kletterte.

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