Konjunktur Materialengpässe, steigende Energiepreise und verhaltene Konjunktur: Produktion in Euro-Zone schrumpf

Besonders die Hersteller von Investitionsgütern wie Maschinen und Fahrzeugen produzieren im Juli weniger. Die Entwicklung ist in den Mitgliedsstaaten jedoch unterschiedlich.

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ersteller von Investitionsgütern wie Maschinen und Fahrzeuge produzierten 4,2 Prozent im Juli weniger. Quelle: dpa

Materialengpässe, maue Weltkonjunktur und steigende Energiepreise haben die Industrieproduktion in der Euro-Zone im Juli unerwartet stark schrumpfen lassen. Die Unternehmen stellten 2,3 Prozent weniger her als im Vormonat, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch mitteilte.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang von 1,0 Prozent gerechnet. Allerdings wurde der Zuwachs für Juni nunmehr auf 1,1 von zuvor 0,7 Prozent nach oben revidiert.

Besonders die Hersteller von Investitionsgütern wie Maschinen und Fahrzeuge traten im Juli auf die Bremse: Sie produzierten 4,2 Prozent weniger. Der Branche machen Materialengpässe zu schaffen, etwa bei Halbleitern.

Zudem werden wegen der drohenden Rezession infolge der Energiekrise viele Investitionen zurückgestellt. Auch die Produktion von Gebrauchs- und Vorleistungsgütern wurde jeweils gedrosselt, während die Energieerzeugung um 0,4 Prozent und die Herstellung von Verbrauchsgütern um 1,2 Prozent stieg.

In den einzelnen Mitgliedsstaaten verlief die Entwicklung sehr unterschiedlich. Irland meldete einen Einbruch der Industrieproduktion von 18,9 Prozent, während diese in Estland (-7,4 Prozent) und Österreich (-3,2) ebenfalls stark schrumpfte. registriert. In Deutschland fiel das Minus mit 0,7 Prozent nicht so stark aus. Die höchsten Anstiege wurden in Litauen (+6,5 Prozent) und Malta (+4,2) beobachtet.

Ökonomen zufolge droht der Währungsunion eine Rezession. Dem Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) zufolge dürfte das Bruttoinlandsprodukt im laufenden und in den kommenden Quartalen schrumpfen. „Der anhaltende Energiepreisschock und ein Gegenwind aus dem weltwirtschaftlichen Umfeld lassen für die bevorstehenden Quartale eine konjunkturelle Schwächephase erwarten“, so das IfW.

„Die Inflation dürfte zunächst hoch bleiben, so dass Kaufkraft bei Unternehmen und Haushalten gemindert und dadurch der reale private Konsum erheblich belastet wird.“ Da die Europäische Zentralbank (EZB) mit Zinserhöhungen auf die Rekordinflation reagiert, werden auch Kredite für Investitionen teurer.

Mehr: Warum die Inflation in den USA und Europa unterschiedliche Gründe hat

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