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Konjunktur-Prognose des Ifo-Instituts „Der deutschen Wirtschaft droht eine Rezession“

Der deutschen Wirtschaft steht ein schwaches Jahr bevor. Quelle: dpa

Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft sind dunkel. Doch während die Konjunktur schwächelt, gibt es auch gute Nachrichten für Verbraucher: Die Preise in Deutschland sind zuletzt nicht mehr so stark gestiegen.

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Der deutschen Wirtschaft steht eines der schwächsten Jahre seit der Finanzkrise bevor. Das Ifo-Institut hat seine Prognose für das Wirtschaftswachstum für dieses und kommendes Jahr im dritten Quartal um 0,1 Prozent von 0,6 auf 0,5 Prozent gesenkt. „Der deutschen Wirtschaft droht eine Rezession. Die Schwäche in der Industrie breitet sich wie ein Ölfleck nach und nach in andere Wirtschaftszweige aus, wie beispielsweise in die Logistik, die zu den Dienstleistern zählt“, sagt ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. „Dieser Abschwung wurde durch eine Reihe weltpolitischer Ereignisse ausgelöst, die eine über Jahrzehnte gewachsene, globale Wirtschaftsordnung in Frage stellen“. Auch für das kommende Jahr wurde der Ausblick dunkler: Statt bislang 1,7 Prozent erwartet das Ifo-Institut jetzt nur noch 1,2 Prozent Wachstum, bereinigt um die vielen Arbeitstage sogar nur 0,8 Prozent. Für 2021 veranschlagen die Forscher jetzt erstmals 1,4 Prozent.

„Die Konjunkturschwäche hat ihre Spuren mittlerweile auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen“, fügt Wollmershäuser an. Während die Beschäftigung in der Industrie bereits seit dem Frühjahr sinkt, kam der bislang kräftige Zuwachs bei den privaten Dienstleistern und im Baugewerbe im Sommer zum Erliegen. Die Arbeitslosigkeit steigt bereits den vierten Monat in Folge, und der Anteil der Unternehmen, die Kurzarbeit angemeldet haben, hat deutlich zugenommen. Für 2020 erwartet das Ifo einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen auf 2,313 Millionen, von 2,275 in diesem Jahr. Die Zahl der Beschäftigten soll allerdings weiter langsam zunehmen, von 45,2 Millionen über 45,4 auf 45,5 Millionen im Jahre 2021.

Auch das Institut für Weltwirtschaft Kiel (IfW) sieht die deutsche Wirtschaft an der Schwelle zur Rezession. Die Konjunkturforscher des Instituts rechnen für 2019 nur noch mit einem Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes von 0,4 Prozent. Nächstes Jahr dürfte sich die Konjunktur jedoch wieder anziehen.

Es gibt jedoch auch gute Nachrichten für die Wirtschaft: Die Inflation in Deutschland hat sich im August abgeschwächt. Wie das Statistische Bundesamt errechnet hat, lagen die Verbraucherpreise um 1,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die Wiesbadener Behörde bestätigte damit am Donnerstag ihre bereits Ende August veröffentlichten vorläufigen Zahlen zur Inflation. Im Juli hatte die Teuerungsrate noch bei 1,7 Prozent gelegen. Von Juli auf August 2019 sanken die Verbraucherpreise um 0,2 Prozent.

Dämpfend wirkten im August die Energiepreise: Sie stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat nur noch um 0,6 Prozent. Im Juli waren es noch 2,4 Prozent. Mehr zahlen als vor Jahresfrist mussten Verbraucher im August für Fernwärme (plus 4,7 Prozent), Erdgas (plus 4,6 Prozent) und Strom (plus 3,8 Prozent). Dagegen sanken die Preise sowohl für Heizöl (minus 5,2 Prozent) als auch für Kraftstoffe (minus 3,3 Prozent) gegenüber August 2018 deutlich.

Überdurchschnittlich zogen die Preise für Nahrungsmittel an: insgesamt um 2,7 Prozent. Der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln hat sich damit im fünften Monat in Folge verstärkt. Vor allem Gemüse wurde teurer, hierfür mussten Verbraucher im August dieses Jahres 12,8 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor. Obst hingegen wurde günstiger: um 2,6 Prozent.

Die Inflationsrate ist ein wichtiger Gradmesser für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Notenbank strebt für den gesamten Euroraum mit seinen 19 Ländern mittelfristig eine Jahresteuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn dauerhaft niedrige oder auf breiter Front sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher verleiten, Investitionen aufzuschieben. Das kann die Wirtschaft bremsen.

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