WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen
Konjunktur

Wir müssen raus aus der Hängematte

Seite 2/2

Unattraktive Investitionsbedingungen in Deutschland

Ein geringeres Arbeitskräftepotenzial könnte man durch eine höhere Produktivität der Beschäftigten ausgleichen. Jedoch: Um die Pro-Kopf-Produktivität zu steigern, bedarf es Investitionen. Genau hier ist die Entwicklung in den letzten Jahren leider nicht vielversprechend. So weitet sich die Investitionslücke bei den öffentlichen Investitionen stetig aus. Die Infrastruktur in Deutschland verliert im internationalen Vergleich an Wettbewerbsfähigkeit.

Auch Unternehmen halten sich in Deutschland mit Investitionen zurück. Stattdessen steigern sie ihre Investitionstätigkeit im Ausland. Die Unternehmen gehen davon aus, dass dort die Märkte eher wachsen werden. Für Deutschland erwarten sie, dass die Märkte zunehmend gesättigt sind und wegen der ungünstigen demographischen Entwicklung in Zukunft sogar schrumpfen dürften.

Aus diesem Grund ist es für die Unternehmen zunehmend interessanter ihre Investitionsaktivitäten in die entsprechenden Länder zu verlegen. Umso wichtiger wäre es, die Infrastruktur in Deutschland weiter zu verbessern, denn dies ist ein wichtiger Standortfaktor im internationalen Wettbewerb der Länder um Investitionen.

Ein weiterer wichtiger Standortfaktor ist der soziale Frieden. Generell muss man sich hier keine Gedanken machen. Jedoch scheint die Streikbereitschaft zuzunehmen. Deutschland als Streikland - dazu sollte es nicht kommen. Denn die - bei allen Konflikten - bislang tragfähige Kooperation zwischen Arbeitergebern und Arbeitnehmern war und ist ein Erfolgsmodell für die deutsche Wirtschaft. Die jüngst erlassenen Gesetze, die den Einfluss der Spartengewerkschaften begrenzen, könnten hier helfen. Jedoch geht es vielmehr auch darum, dass Gewerkschaften und Arbeitgeber gemeinsam am Zukunftsmodell Deutschland arbeiten.

Konjunktur



Insgesamt bekommt man den Eindruck, dass die lange wirtschaftliche, soziale und politische Stabilität uns etwas nachlässig hat werden lassen. Die Herausforderungen für die Zukunft werden nicht mehr entsprechend angegangen. Man ruht sich in Deutschland lieber auf den Lorbeeren aus.

Dies kann man sicherlich einige Zeit machen, aber die Probleme und sichtbaren Fehlentwicklungen nehmen zu. Wenn man jetzt nicht beginnt, langfristig entgegen zu wirken, kann dies den Standort Deutschland in den kommenden Jahren merklich schwächen. Es wäre doch eigentlich schade und unnötig, dass wir erst wieder eine lange wirtschaftliche Schwäche mit deutlich steigenden Arbeitslosenzahlen bräuchten, damit man wieder den Mut für ein zukunftweisendes Handeln findet.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%