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Konjunktur US-Wirtschaft bricht stärker ein als erwartet

Deutlicher Einbruch der US-Wirtschaft: Erstmals seit drei Jahren wird für das Startquartal 2014 einen Rückgang gemeldet - und der fällt nun noch erheblich heftiger aus als bislang angenommen.

Die größten Gläubiger der USA
Der Schuldenberg der USA wächst und wächst. Inzwischen ist die 15-Billionen-Dollar-Marke locker geknackt. Mit rund einem Drittel der Summe steht Washington im Ausland in der Schuld. Staaten und Investoren aus aller Welt halten (Stand Mai 2012) US-Staatsanleihen im Wert von mehr als fünf Billionen US-Dollar. Dem südlichen Nachbar der USA, Mexiko, schuldete die größte Volkswirtschaft der Welt im Mai nach Angaben des US-Finanzministeriums 46,3 Milliarden US-Dollar. Innerhalb von zwölf Monaten haben die Mexikaner ihren Besitz an US-Schuldscheinen fast verdoppelt: Vor einem Jahr hatte Mexiko noch US-Anleihen im Wert von 27,7 Milliarden US-Dollar im Portfolio. Quelle: REUTERS
Obama, Merkel Quelle: dpa
Schweizer Flagge Quelle: REUTERS
Obama, Putin Quelle: dpa
Flagge Großbritannien Quelle: dpa
Meer vor Nassau Quelle: dapd
Brasilien entwickelt sich immer mehr zu einer Wirtschaftsmacht. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs 2010 um 5,5 Prozent. Die heimische Währung hingegen macht Probleme: Der Real verteuerte sich zunehmend gegenüber dem US-Dollar. Zwischen Ende 2008 und Oktober 2010 wurde der Real um 38 Prozent aufgewertet. Die Zentralbank erhöhte daraufhin ihre Dollarbestände um ein Viertel auf über 270 Milliarden Dollar. Das Land besitzt derzeit US-Staatsanleihen im Wert von 243,4 Milliarden US-Dollar, der Wert steigt konstant. Brasilien liegt damit auf Rang 4. Quelle: dapd

Die US-Wirtschaft ist zum Jahresbeginn heftig eingebrochen. Die Wirtschaftsleistung der weltgrößten Volkswirtschaft sackte aufs Jahr hochgerechnet zwischen Januar und März um 2,9 Prozent. Das teilte das Handelsministerium in Washington am Mittwoch in seiner dritten Schätzung mit. In der vorigen Schätzung war zunächst nur von 1 Prozent die Rede.

Zwar hatten Volkswirte nach dem ungewöhnlich harten Winter in den USA eine Wachstumsdelle erwartet - doch vom Ausmaß des Einbruchs wurden die Experten deutlich überrascht. Sie hatten zuvor für die dritte Schätzung einen Rückgang um lediglich etwa 1,8 Prozent erwartet.

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Das Weiße Haus wies darauf hin, dass die Quartalszahlen sprunghaft seien und andere Statistiken positiver ausfielen. Erste Zahlen für die Monate April und Mai zeigten, dass die US-Wirtschaft auf Kurs sei. „Doch die Erholung von der Großen Rezession bleibt unvollständig“, heißt es in einer Stellungnahme.

Aufschwung seit dem Frühjahr

Tatsächlich zeigen sich seit dem Frühjahr wieder Anzeichen eines kräftigen Aufschwungs der US-Wirtschaft. Vor dem Hintergrund von zuletzt besser als erwartet ausgefallenen Konjunkturdaten sollte der Dämpfer im ersten Quartal „nicht überinterpretiert werden“, lautet die Einschätzung von Johannes Jander von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).

Die Zahlen für das erste Quartal zeigen den ersten Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in den USA seit drei Jahren und den stärksten Einbruch seit sogar fünf Jahren. Noch deutlicher wird das Ausmaß , wenn man die Entwicklung zum Jahresende 2013 betrachtet: Im vierten Quartal 2013 hatte die US-Wirtschaft noch um 2,6 Prozent zugelegt.

Die US-Zahlen werden indes traditionell auf ein Jahr hochgerechnet. Daher können die Werte in den USA nicht mit entsprechenden Zahlen aus Europa verglichen werden.

Der aktuelle Einbruch ist nach Angaben des Handelsministeriums vor allem auf zwei Faktoren zurückzuführen: Der persönliche Konsum der Amerikaner sei im ersten Quartal geringer als erwartet ausgefallen. Gleichzeitig seien die Exporte stärker als befürchtet zurückgegangen.

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Bereits in der vergangenen Woche hatte sich die Notenbank Fed zur Wachstumsdelle geäußert. Nach dem harten Winter sei die Konjunktur auf dem Weg der Erholung, auch auf dem Arbeitsmarkt gebe es Zuwächse. Daher hielt die Fed an ihrem Kurs fest und fuhr die langfristigen Staatsanleihen zum fünften Mal in diesem Jahr zurück.

Allerdings schraubte die Fed zugleich die Wachstumserwartungen für dieses Jahr leicht nach unten: Sie rechnet jetzt für 2014 lediglich mit 2,1 bis 2,3 Prozent Wachstum. Im März hatte sie noch ein Plus von 2,8 bis 3,0 Prozent erwartet.

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