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Konjunktur Wie es mit der US-Wirtschaft weitergeht

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Sind die USA deshalb aus dem Schneider? Leider nein. Es gibt eine realwirtschaftliche Parallele zwischen den USA und Japan – nämlich die Tatsache, dass sie seit der Weltwirtschaftskrise der Dreißigerjahre die einzigen großen Volkswirtschaften sind, die mit dem Platzen einer Immobilien- und Kreditblase zu kämpfen hatten.

Dies ist von Bedeutung, weil realwirtschaftliche Anpassungen nach einer geplatzten Blase in großen Volkswirtschaften schwieriger sind als in kleinen. Ländern wie Schweden, Finnland, Norwegen, Korea oder Thailand fiel es relativ leicht, nach ihren Krisen über eine dramatische Währungsabwertung die Exportnachfrage so anzukurbeln, dass sich Produktion und Beschäftigung schnell erholten.

In diesen Ländern trugen die Nettoexporte in den Jahren nach dem Crash mehrere Prozentpunkte zum Wachstum bei. Japan und Amerika sind in einer ungünstigeren Lage. In einer großen Volkswirtschaft liegt der Anteil der Exporte am BIP niedriger als in einem kleinen Land. Daher trägt in einer großen Volkswirtschaft auch starkes Exportwachstum nur moderat zum Wirtschaftswachstum bei. Letztlich ist die Binnennachfrage entscheidend.

Hier sind die Aussichten nicht ermutigend, weil sich die US-Verbraucher noch nicht an die neuen Realitäten angepasst haben. In den nächsten Jahren müssen die Verbraucher mehr sparen, um ihre Rekordverschuldung von 130 Prozent des verfügbaren Einkommens auf ein normaleres Maß zurückzuführen. Während dieser Anpassung wird es schwierig, die Arbeitslosenquote nennenswert von ihrem Niveau von fast zehn Prozent zu senken. Dies ist ein Deflationsrisiko, weil hohe Arbeitslosigkeit und niedrige Kapazitätsauslastung die Preissetzungsspielräume von Arbeitnehmern und Firmen stark einschränken. Wenn Beschäftigung und Produktion auf längere Sicht unter dem Potenzial bleiben, droht weiterer Abwärtsdruck.

Daher ist vor einer verfrühten Straffung der Geld- und Fiskalpolitik zu warnen. Eine solche Entscheidung wäre mit der japanischen Steuererhöhung 1997 oder der japanischen Zinserhöhung 2000 zu vergleichen. In beiden Fällen dachten die Verantwortlichen, die Krise sei ausgestanden und eine Straffung notwendig, um die Stabilität von Staatsfinanzen und Preisen zu gewährleisten. In beiden Fällen war die Stabilität trügerisch – der Zug fuhr in Richtung Deflation weiter. Es ist zu hoffen, dass die US-Regierung und die Fed klüger sind.

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