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Konjunktur Wirtschaftskrise schlägt voll auf Arbeitsmarkt durch

Die Wirtschaftskrise hat den Arbeitsmarkt immer fester im Griff. Zum ersten Mal seit drei Quartalen ist die Zahl der Erwerbstätigen wieder unter die 40-Millionen-Grenze gefallen.

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Die IG Bau fordert künftig 5,5 Prozent mehr Lohn, dpa

In den ersten drei Monaten hatten rund 39,9 Millionen Menschen einen Arbeitsplatz in Deutschland. Wie das Statistische Bundesamt heute weiter mitteilte, sank die Zahl gegenüber dem letzten Quartal 2008 damit um 2,2 Prozent oder 905.000 Personen. Der vermehrte Rückgriff der Unternehmen auf Kurzarbeit habe noch abmildernd gewirkt, erklärten die Statistiker.

Der Rückgang der Erwerbstätigkeit im ersten Quartal eines Jahres sei zwar üblich. Zu Beginn dieses Jahres war das Minus laut Bundesamt jedoch deutlich größer als im Durchschnitt der entsprechenden Quartale der Jahre 2007 und 2008 (minus 525.000 oder minus 1,3 Prozent). Auch damals wurde die Erwerbstätigkeit in den Wintermonaten von dem Ende 2006 eingeführten Saisonkurzarbeitergeld zusätzlich gestützt.

Große Rückgänge im produzierenden Gewerbe

Saisonbereinigt, also ohne die üblichen jahreszeitlich bedingten Schwankungen, ergab sich in den ersten drei Monaten des Jahres erstmals seit drei Jahren ein Rückgang der Anzahl von Menschen mit Arbeit gegenüber dem Vorquartal um 119.000 Personen oder 0,3 Prozent.

Im Vergleich zum ersten Quartal des vergangenen Jahres ergab sich zwar noch ein geringer Zuwachs um 48.000 Erwerbstätige oder 0,1 Prozent. Zum ersten Mal seit mehr als neun Jahren nahm aber die Zahl der Selbstständigen gegenüber dem Vorjahr wegen der geringeren Förderung ab - und zwar um 19.000 oder 0,4 Prozent auf 4,4 Millionen. Das Plus ergab sich allein bei den Arbeitnehmern (plus 0,2 Prozent auf 35,4 Millionen).

Deutliche Rückgänge gab es im produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe): Erstmals seit neun Quartalen nahm die Beschäftigung ab und zwar um 55.000 Personen oder 0,7 Prozent. In den letzten drei Monaten 2008 hatte es noch ein Plus von 69.000 (0,9 Prozent) gegeben. Besonders düster sah es weiter im Baugewerbe aus: Hier gingen mit einem Minus von 23.000 Personen (minus 1,1 Prozent) mehr Arbeitsplätze verloren als im vierten Quartal 2008 (minus 13.000 Personen oder minus 0,6 Prozent).

Zuwächse verzeichneten die Statistiker dagegen weiterhin in den Dienstleistungsbereichen: Hier nahm die Zahl der Erwerbstätigen gegenüber dem Vorjahr um 119.000 Personen oder 0,4 Prozent zu, allerdings hatte das Plus hier im vierten Quartal noch bei 1,2 Prozent gelegen. Einen leichten Zuwachs von 7000 Personen (0,9 Prozent) gab es in der Land- und Forstwirtschaft.

Geleistete Arbeitsstunden rückläufig

Nach vorläufigen Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA) hat sich im ersten Quartal die Zahl der durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 Prozent auf 354,8 Stunden reduziert. Und das obwohl gut ein halber Arbeitstag mehr zur Verfügung stand als im entsprechenden Vorjahresquartal. Mit dazu beigetragen haben den Statistikern zufolge vor allem der Abbau von Überstunden und die starke Inanspruchnahme der Kurzarbeit.

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