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Konjunktur Wo sich die Belebung bereits bemerkbar macht

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Vorreiter und Nachzügler (zur Vollansicht bitte auf die Grafik klicken)

BauFür die 35.000 mittelständischen Baubetriebe hat Hans-Hartwig Loewenstein, Präsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe die Erwartungen gerade zurückgeschraubt: „Zu Beginn des Jahres hofften wir noch dank des Schubes aus den Konjunkturpaketen auf ein Umsatzwachstum von 1,2 Prozent für 2009. Nun müssen wir die Prognose auf minus zwei Prozent senken.“ Die erwarteten Umsatzzuwächse im öffentlichen Bau reichten nicht aus, um die trüben Aussichten im privaten Gewerbe- und Wohnungsbau auszugleichen. Profitieren vom Aufschwung wird der Bau erst, wenn andere Branchen längst jubeln – den Konjunkturzyklen laufen die Bauunternehmen umsatzbezogen in der Regel mit einem halben Jahr Abstand hinterher. Die Großen der Branche wie Bilfinger Berger oder Hochtief bleiben davon weitgehend unberührt: Sie verdienen ihr Geld vornehmlich im Ausland und mit Dienstleistungen.

MaschinenbauDas hat es in Deutschlands Paradebranche noch nie gegeben: Um 42 Prozent brach der Auftragseingang in den ersten drei Monaten dieses Jahres ein. „Teilweise sind die Bestellungen geradezu abgerissen“, sagt Ralph Wiechers, Chefvolkswirt des Maschinenbau-Verbandes VDMA. Jetzt hofft Deutschlands beschäftigungsstärkste Branche, dass sich nun die Lager der Kunden leeren und wieder beliefert werden müssen. Vor allem die Hersteller von Standardteilen und Komponenten könnten davon profitieren „Wahrscheinlich erwartet uns in den kommenden Monaten eine Holperstrecke bei den Aufträgen“, vermutet Wiechers. In der Produktion wird es aber mindestens bis zum Jahresende 2009 düster aussehen, weil sich die magere Auftragslage mit einer Verzögerung von durchschnittlich vier bis fünf Monaten in der Maschinenproduktion auswirkt.

HandelFür seine Lagebeschreibung bemühte Metro-Chef Eckhard Cordes nautisches Vokabular. „Wir haben genug Wasser unter dem Kiel. Unser Radar zeigt keine gefährlichen Hindernisse an“, befand der Kapitän von Deutschlands größtem Handelskonzern vergangene Woche. Auch Hans-Otto Schrader, Chef des weltgrößten Versandhändlers Otto, klingt zuversichtlich: „In Deutschland läuft es bisher erstaunlich gut“. Bisher – in dem kleinen Wörtchen liegt das Problem der Handelszunft. Sie spürt die Krise erst, wenn sie sich in die Portemonnaies der Verbraucher gefressen hat, wenn die Arbeitslosigkeit steigt. Womöglich heißt es für die Handelskapitäne nach der Bundestagswahl dann doch: Eisberg voraus!

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