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Konjunkturausblick 2011 Die globale Krisenbewältigung

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China: Tritt auf die Bremse

Grafik: BIP, Inflation, Arbeitslosenquote & Haushaltssaldo China 2009 - 2011

Chinas Wirtschaftsplaner kämpfen derzeit an vielen Fronten. Die Exporte erreichten im November mit einem Plus von 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr einen neuen Rekord. Grund genug für den US-Senat, China erneut mit Sanktionen zu drohen, sollte Peking seine Währung nicht schneller aufwerten. Gleichzeitig springt die Inflation bedrohlich an.

Die beherrschende Frage im kommenden Jahr dürfte darum sein, ob es Pekings Planer schaffen, die heiß gelaufene Konjunktur abzukühlen. Es gilt bereits als sicher, dass die Zentralbank die Leitzinsen 2011 in mehreren Schritten anheben wird. Der Tritt auf die Bremse, so erwarten die meisten Analysten, dürfte dazu führen, dass die Wirtschaft 2011 im Jahresdurchschnitt um acht bis neun Prozent wachsen wird statt wie im laufenden Jahr um zehn Prozent. Der zwölfte Fünfjahresplan, den Peking im März veröffentlichen wird, wird ebenfalls Maßnahmen für ein solideres Wachstum, vor allem für eine Stärkung des privaten Konsums und die Förderung von Zukunftsbranchen, aufzeigen.

Ob Peking das kontrollierte Abbremsen gelingt, ist keineswegs sicher. Schon seit Anfang 2010 versucht das Land den schrittweisen Ausstieg aus der stark expansiven Wirtschaftspolitik – mit begrenztem Erfolg. Im April versuchte die Regierung, den heiß gelaufenen Immobilienmarkt abzukühlen. Zunächst verlangsamte sich der Preisanstieg für Wohnungen und Häuser auch wie geplant. Doch seit Sommer dreht sich die Preisspirale wieder nach oben. Auch die Investitionstätigkeit in den Provinzen und Städten sollte gebremst werden. Doch viele Unternehmen und Behörden auf lokaler Ebene halten sich nicht an die Vorschriften – sie bauen munter weiter.

Fazit 2011 muss Chinas restriktivere Politik deutliche Erfolge zeigen. Sonst könnte es mittelfristig tatsächlich zu der von einigen Analysten erwarteten abrupten Abschwächung der Wirtschaft kommen.

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