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Konjunkturausblick 2011 Die globale Krisenbewältigung

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Brasilien: Starke Währung belastet Export

Grafik: BIP, Inflation, Arbeitslosenquote & Haushaltssaldo Brasilien 2009 - 2011

Brasiliens Wirtschaft geht es so gut wie schon lange nicht mehr. Die achtgrößte Volkswirtschaft der Welt wächst dieses Jahr voraussichtlich fast acht Prozent. Dazu kommen ein niedriges Leistungsbilanzdefizit (–2,4 Prozent/BIP), rasant wachsende Devisenreserven und eine fast ausgeglichene Handelsbilanz. Allerdings: Der Real, Brasiliens Währung, gewinnt durch das zufließende ausländische Kapital zunehmend an Wert. Die starke Aufwertung belastet die Unternehmen. Viele setzen in ihrer Produktion zunehmend importierte Vorprodukte ein – brasilianische Teile sind zu teuer geworden. Die Zahl der Importfirmen hat sich in zwei Jahren verdoppelt.

Brasilien muss sich an einen starken Real gewöhnen. Israels Zentralbankchef Stanley Fischer, früher Vize-Chef bei IWF und Weltbank, sagte: „Je robuster Brasilien wird, umso schwieriger kann eine Aufwertung vermieden werden.“

Für Brasiliens neue Präsidentin Dilma Rousseff, die am 1. Januar 2011 ihr Amt antreten wird, ist der starke Real jedoch auch eine große Chance: Ihr könnte es wegen des Währungsdrucks politisch leichter fallen, einige Reform-Rückstände aufzuarbeiten. Dazu gehören das ausufernde Steuersystem und die hohe interne Staatsverschuldung. Denn nur so lässt sich der Leitzins von 10,75 Prozent mittelfristig senken – und damit die Anziehungskraft Brasiliens für die Investoren verringern.

Fazit Brasiliens Wirtschaft wächst stürmisch, aber auch die Risiken nehmen zu. Die Aufwertung des Real, eine hohe Inflation und massive Kapitalzuflüsse könnten das Tempo bald bremsen.

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