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Konjunkturausblick 2011 Die globale Krisenbewältigung

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Großbritannien: Ran an die Verschuldung

Grafik: BIP, Inflation, Arbeitslosenquote & Haushaltssaldo Großbritannien 2009 - 2011

Großbritannien hat die schwerste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg überwunden und versucht nun, sein hohes Haushaltsdefizit abzubauen. Finanzminister George Osborne verordnete seinen Landsleuten ein drakonisches Sparpaket, das mit Beginn des neuen Steuerjahres ab April seine volle Wirkung entfalten wird. Ziel ist es, das Haushaltsdefizit von zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) bis zum Fiskaljahr 2015/16 auf nur noch 1,1 Prozent zu senken. Viele Ökonomen stimmt das zuversichtlich. Das neue Office for Budget Responsibility (OBR) erwartet für 2011 ein Wachstum von 2,0 Prozent, in der City schwanken die Prognosen zwischen plus 1,6 Prozent (Morgan Stanley) und plus 1,9 Prozent (Goldman Sachs). Das wichtigste Argument der Optimisten: Der Industrieverband CBI berichtet von einer sehr guten Auftragslage aus dem Ausland. Doch das muss nicht so bleiben: Großbritannien schickt rund die Hälfte seiner Exporte in die Euro-Zone – und hier könnte ein gegenüber dem Pfund schwächelnder Euro das Geschäft verderben.

Sorge macht auch der durch Rohstoffe und Lebensmittel verursachte Preisanstieg. Seit Anfang 2010 liegt die Teuerungsrate nun schon über drei Prozent. Die Bank of England wird den Anstieg nicht lange tolerieren wollen und dürfte ab Mitte 2011 beginnen, die Leitzinsen, die schon seit März 2009 auf dem historischen Tiefstand von 0,5 Prozent verharren, wieder anzuheben.

Der Arbeitsmarkt entwickelt sich dagegen besser als gedacht. So sank die Arbeitslosenquote auf 7,7 Prozent, 2011 dürfte sie allerdings wieder höher liegen. Positive Signale kommen von den Maschinenbauern. Ihr Verband erwartet, dass die Wachstumsraten in der Industrie 2011 höher ausfallen werden als in anderen Sektoren.

Im Nachbarland Irland sind die Aussichten trotz der EU-Hilfen auch für 2011 trübe. Dazu kommt die unklare politische Zukunft des Landes – Anfang kommenden Jahres stehen Neuwahlen an.

Fazit Die britische Regierung schreckt vor Radikalmaßnahmen nicht zurück. Doch die wirtschaftliche Erholung könnte 2011 durch die Einsparungen und Steuererhöhungen einen Dämpfer bekommen.

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