Konjunkturprognose Eurozone wächst stärker als erwartet

Trotz der trüben Aussichten für Griechenland hat die Europäische Union ihre Konjunkturprognose für die 19 Länder der Eurozone angehoben.

Die Folgen eines „Grexits“
Das Nationalgetränk der Griechen droht für einen normalen Arbeiter zum unbezahlbaren Luxusgut zu werden: Ein Frappé, also eine Nescafé mit Milch, Eiswürfeln und einem Strohhalm kostete kurz vor der Einführung des Euro etwa 100 Drachmen. Das entsprach damals rund 30 Euro-Cent. Als die Griechenland-Krise ausbrach, vor etwa sieben Jahren, kostete ein Frappé bereits zwischen 2,50 und drei Euro. Quelle: dpa
Noch im Laufe des Aprils muss Griechenland zwei Staatsanleihen im Wert von 2,4 Milliarden Euro an seine Gläubiger zurückzahlen. Im Mai werden weitere 2,8 Milliarden Euro fällig, von Juni bis August muss Athen noch einmal mehr als zwölf Milliarden Euro an Schulden zurückzahlen. Woher das Geld kommen soll, ist völlig unklar. Quelle: dpa
Die sozialen Probleme sind groß, die Renten wurden gekürzt, die Arbeitslosigkeit ist hoch. Die Regierung Tsipras plant deshalb Steuererleichterungen und die Wiedereinstellung von Beamten. Allein diese Maßnahmen werden im laufenden Jahr nach Berechnungen der griechischen Regierung mindestens zwölf Milliarden Euro zusätzlich kosten. Quelle: dpa
Schon seit Wochen ist von einem „Grexit“ die Rede, dem Austritt Griechenlands aus der Währungsunion, vielleicht sogar verbunden mit einem drastischen Schuldenschnitt. Hinter der öffentlichen Spekulation könnte Absicht stecken. Quelle: ap
Würde eine neu eingeführte Drachme gegenüber dem Euro abwerten, könnte sich die griechische Regierung nach und nach leichter entschulden. Ein Austritt der Griechen aus dem Euro böte auch noch andere Vorteile: So würde die griechische Export-Wirtschaft von einer Abwertung der Landeswährung profitieren. Quelle: dpa
Besonders teuer würde ein „Grexit“ für Menschen mit geringem Einkommen und den Mittelstand mit Sparguthaben auf  griechischen Bankkonten, während das Geld reicher Griechen im Ausland unangetastet bliebe. Quelle: dpa
Die Gläubiger werden so oder so auf Reformen beharren. Für Tsipras kommt es deshalb eigentlich nur darauf an, seinen eigenen Wählern gegenüber eine möglichst gute Figur in den Verhandlungen abzugeben. Das gilt allerdings auch für seine europäischen Partner auf der anderen Seite des Verhandlungstisches. Für alle Beteiligten ist es wichtig, dass eine Lösung der griechischen Haushaltsprobleme möglichst wenige Kollateralschaden verursacht. Quelle: dpa

Die Wirtschaft im gemeinsamen Währungsgebiet legt wegen des schwachen Euro und günstiger Ölpreise stärker zu als zunächst erwartet. Die EU-Kommission erwartet im laufenden Jahr ein Wachstum von 1,5 Prozent, das sind 0,2 Punkte mehr als noch vor drei Monaten vorhergesagt. Überraschend kommt der Schritt nicht, denn der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte seine Prognose für den Euroraum mit 19 Ländern bereits angehoben. Die EU-Behörde teilte am Dienstag in Brüssel mit, sie rechne für das kommende Jahr weiter mit einem stärkeren Wachstum von 1,9 Prozent.

Griechenlands Zahlungsverpflichtungen 2015

Die Krise in Griechenland schlägt inzwischen deutlich auf das Wachstum: Erwartet werden 2015 nur 0,5 Prozent, noch im Winter war von 2,5 Prozent die Rede gewesen. Auch beim Staatsdefizit sehen die Zahlen wesentlich schlechter aus als bisher. Es wird nun eine Neuverschuldung von 2,1 Prozent der Wirtschaftsleistung im laufenden Jahr vorhergesagt. Im Februar hatten die EU-Währungshüter noch einen Überschluss von 1,1 Prozent angenommen.

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Die deutsche Wirtschaft profitiert von den günstigen Gegebenheiten. Sie soll im laufenden Jahr überdurchschnittlich um 1,9 Prozent zulegen, das sind 0,4 Punkte mehr als zunächst vorhergesagt. „Die europäische Wirtschaft erlebt das erfolgreichste Frühjahr seit mehreren Jahren“, sagte EU-Währungskommissar Pierre Moscovici.

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