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Konjunkturrisiko Die Quittung für Chinas Expansionskurs

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Folgen der Geldschwemme

China bekommt jetzt die Folgen der Geldschwemme der Jahre 2009 und 2010 zu spüren - die Inflation steigt, faule Kredite häufen sich. Quelle: REUTERS

Doch die Chinesen bekommen jetzt auch die Rechnung für die Exzesse ihrer Geld- und Fiskalpolitik der Jahre 2009 und 2010. Als Reaktion auf die Finanzkrise hatten Staat und staatliche Banken das Land in einer beispiellosen Offensive mit Geld überschwemmt. Das Ergebnis: Chinas Wirtschaft wuchs weiter kräftig, Unternehmen im Westen freuten sich über volle Auftragsbücher. Viel frisch gedrucktes Geld floss allerdings in unrentable Projekte, zahlreiche Städte und Gemeinden sind nun überschuldet. Bei den Banken dürften die Quoten der faulen Kredite in den nächsten Jahren steigen. Die Geldschwemme hat überdies den ohnehin überhitzten Wohnungsmarkt weiter unter Dampf gesetzt.

Wechsel in der Führung

Der Schwenk hin zu einer deutlich restriktiveren Geld- und Fiskalpolitik war daher unausweichlich, zumal die Inflationsrate zeitweise auf mehr als sechs Prozent in die Höhe geschnellt war. Regierung und Zentralbank können es sich daher kaum erlauben, mit expansiven Maßnahmen auf die dämpfenden Folgen der Euro-Krise zu reagieren. Die Arbeitskonferenz für die Wirtschaftspolitik hat beschlossen, dass es im kommenden Jahr keine durchgreifende Lockerung der restriktiven Politik geben wird. Bei der Inflation erwarten die meisten Analysten für das kommende Jahr denn auch einen weiteren Rückgang. Dies ist wichtig, um für Ruhe im Volk zu sorgen, denn im Herbst 2012 steht der Wechsel in der chinesischen Führung an.

Schwenkten Geld- und Fiskalpolitik auf einen expansiveren Kurs, würde dies die Bilanzen der Banken und die Haushalte der Kommunen weiter belasten. Chinas Führer wissen, dass sie dafür ein – möglicherweise deutlich – schwächeres Wachstum in Kauf nehmen müssen. Risikolos ist der Kurs allerdings nicht. So sind in den vergangenen Wochen erstmals seit Jahren in vielen Städten die Wohnungs- und Häuserpreise gefallen. Viele Immobilienfirmen werfen ihre Objekte nun auf den Markt, auch weil sie keine Kredite mehr bekommen. Sollte sich der Abschwung auf dem Immobilienmarkt verstärken, könnte das böse Folgen haben. Berechnungen von Experten zeigen, dass der Wohnungs- und Häusermarkt insgesamt 20 Prozent zur Wirtschaftsleistung Chinas beiträgt.

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