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Konsum Verbraucher halten ihr Geld zusammen

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Familie beim Grillen Quelle: obs

Während die Deutschen das traute Heim zur krisensicheren Trutzburg ausbauen, geben sie weniger Geld aus, um etwa in den Urlaub zu fahren. Das Budget für die Sommerferien sinkt 2010 um fast 200 Euro und unterschreitet damit erstmals seit Jahren die 2000-Euro-Marke (siehe Grafik). Damit ist der Rückgang der privaten Reiseausgaben in Deutschland im europäischen Vergleich am stärksten. Das zeigen repräsentative Umfragen im Rahmen des aktuellen Urlaubsbarometers, erstellt vom Dienstleister Europ Assistance, der zum Versicherungskonzern Generali gehört.

Zwar gibt es zahlreiche krisenresistente Verbraucher, die ihre Konsumgewohnheiten nicht ändern. Diese Gruppe, zu der Reiche oder Beamte, Pensionäre sowie gut situierte Rentner gehören, wird nach einer GfK-Prognose für 2010 jedoch auf 46 Prozent leicht schrumpfen. Um vier Punkte auf 27 Prozent steigen dürfte dagegen der Anteil der Haushalte, die direkt unter der Krise leiden. Arbeitslose und Arbeitnehmer mit konkreter Angst um ihren Job fallen als Nachfragemotor aus. Haushalte, deren Hauptverdiener ihre Stelle verlieren, geben zehn Prozent weniger für Güter des täglichen Bedarfs aus, schätzt Twardawa von der GfK. „Gleiches tun aber auch Familien, deren Oberhaupt zwar noch Arbeit hat, sich aber vor Entlassung fürchtet“, sagt der Experte.

Als Konsumbremse wirkt also nicht nur die Arbeitslosigkeit, sondern schon die Angst davor. Und diese breitet sich in Deutschland immer weiter aus. Zwei Drittel der Bundesbürger – neun Prozentpunkte mehr als im Vorjahr – sorgen sich laut einer aktuellen GfK-Umfrage über die Situation am Arbeitsmarkt.

Obwohl überraschend positive Wirtschaftsdaten sogar Hoffnung auf ein baldiges Jobwunder machen, regiert bei vielen Verbrauchern die Existenzangst weiter. Zwar sank die Zahl der Arbeitslosen im Mai, verglichen mit dem Vormonat, um 165.000 – davon gehen 45.000 Einstellungen nicht auf das Konto der saisonalen Frühjahrsbelebung, sondern sind der konjunkturellen Erholung zu verdanken.

Doch die Stimmung bessert sich nicht. Für Juli prognostiziert die GfK eine Stagnation ihres monatlich erhobenen Konsumklimas. Der Frühindikator für den privaten Verbrauch wird damit seinen Juni-Rückgang auf 3,5 Punkte nicht wettmachen können. Zu groß ist die Verunsicherung der Konsumenten wegen der staatlichen Schuldenkrise und dem wackelnden Euro.

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