Konsumklima Verbraucher sorgen für Wirtschaftswachstum

Die Verbraucher bleiben nach Einschätzung der GfK-Marktforscher auch im laufenden Jahr eine wesentliche Stütze der deutschen Wirtschaft.

So macht Geld doch glücklich
Tipp 1: Geben Sie Ihr Geld für Erlebnisse ausRichtig investieren – bei diesem Stichwort denken viele automatisch an Immobilien. Aber haben Sie sich schon einmal gefragt, wie ein neues Haus dauerhaft glücklich machen soll? Eben. Dutzende von Studien zeigen: Erlebnisse machen glücklicher. Zum einen gewöhnen wir uns schnell an Besitztümer. Zum anderen bleibt ein Erlebnis wie ein Traumurlaub länger im Gedächtnis. Und drittens verbringen Sie solche Reisen in den meisten Fällen in Gesellschaft – und andere Menschen sind eine der größten Glücksquellen. So machen Sie es richtig: Investieren Sie nicht in materielle Dinge, sondern in Ihr Leben, raten Elizabeth Dunn und Michael Norton in ihrem Buch " Happy Money: So verwandeln Sie Geld in Glück". Und da das Leben nun einmal ein Sammelsurium kleiner, schöner Erfahrungen und Erlebnisse ist, von besonderen und weniger besonderen Tagen und Erinnerungen, geben Sie Ihr Geld auch für solche aus. Hauptsache, Sie erleben etwas. Quelle: REUTERS
Tipp 2: Gönnen Sie sich etwas BesonderesFakt ist: Die alltäglichen Dinge wissen wir meist weniger zu schätzen. Wann haben Sie das letzte Mal einen Kaffee wirklich genossen, anstatt ihn hektisch runterzukippen? Wann haben Sie das Mittagessen in Ruhe verzehrt, anstatt es zu verschlingen? "Wenn wir uns auf das beschränken, was uns am besten gefällt, kann das eine regelrechte Verjüngungskur für uns sein", sagen Dunn und Norton, "die uns dazu bringt, uns auch an kleinen Dingen wieder mehr zu erfreuen." So machen Sie es richtig: Suchen Sie das Besondere in den Dingen, auch in den ganz kleinen. Erlebnisse bedeuten meist mehr als Produkte. Wenn Sie das verstanden haben, können Sie auch kleine Anschaffungen wieder genießen. Quelle: AP
Tipp 3: Kaufen Sie Zeit Laut dem Statistischen Bundesamt der USA verbringen die Amerikaner mehr als zwei Wochen im Jahr mit Pendeln – mehr als ihre durchschnittliche Urlaubszeit. Ein amerikanischer Durchschnittshaushalt gibt fast 20 Prozent seines Einkommens fürs Autofahren aus. In Haushalten mit niedrigem Einkommen können es sogar bis zu 40 Prozent sein. Wenn man nun einen besonders langen Arbeitsweg hat, ist die Verlockung groß, noch mehr Geld für ein größeres, bequemeres Auto auszugeben. Aber ist das sinnvoll? So machen sie es richtig: "Kaufen Sie sich Zeit", raten Nortun und Dunn in " Happy Money". Heißt: Fahren Sie lieber mit dem Zug zur Arbeit anstatt sich lange Strecken im schicken Auto zu einem weiter entfernten Arbeitsplatz zu quälen. Ihrer Kosten-Nutzen-Bilanz kommt das zugute. Sie haben zwar weniger Einnahmen und kein schickes Auto - dafür aber Zeit, die Sie mit Familie und Freunden verbringen können. Quelle: dpa
Tipp 4: Hinterfragen Sie Ihre KaufentscheidungenEin weiterer Teil des Problems ist der Unterschied zwischen Zeit und Geld. Wer diese Woche knapp bei Kasse ist, wird vermutlich annehmen, dass er es auch nächste Woche oder nächsten Monat noch ist. Zu wenig Zeit zu haben, sehen wir eher als vorübergehenden Zustand an. Die Folge: Wir lassen uns leicht von Produkten verleiten, die keinerlei Auswirkung darauf haben, wie wir unsere Zeit verbringen. So machen Sie es richtig: Ein Haus am Stadtrand mag idyllisch sein, aber Ihrer Zeitbilanz wird es vermutlich schaden - denn Sie werden Stunden im Feierabendverkehr verbringen. Fragen Sie sich also vor allem bei größeren Anschaffungen: Wie beeinflussen sie meine Zeit? Quelle: dpa
Tipp 5: Bezahlen Sie, bevor Sie konsumierenViele neigen dazu, Waren sofort zu konsumieren, aber später erst zu bezahlen. Dieses Verhalten macht aber nur kurzfristig glücklich. Zum einen besteht die Gefahr der Verschuldung, zum anderen ist die Freude über einen Kauf umso größer, je länger man darauf warten muss. Nicht umsonst sagt ein bekanntes Sprichwort: "Vorfreude ist die schönste Freude." So machen Sie es richtig: Drehen Sie das Prinzip um: Sofort bezahlen, aber erst später konsumieren. Ein Beispiel: All-Inclusive-Urlaub. Einmal am Urlaubsort angekommen, schlürfen Sie Cocktails umsonst und können sich den Bauch vollschlagen, ohne zu bezahlen. Natürlich ist nichts wirklich gratis, aber weil Sie Ihren All-inclusive-Urlaub schon Monate zuvor bezahlt hatten, schmecken Drinks und Essen so gut, als gäbe es sie umsonst Quelle: dpa
Tipp 6: Erzeugen Sie Vorfreude Hinauszögern kann die Freude am Konsum verstärken, weil es das auslöst, was Dunn und Norton den „Speichelflusseffekt“ nennen. College-Studenten sollten sich in einem Experiment zwischen zwei Pralinen entscheiden. Sie durften die Praline, die sie gewählt hatten, entweder sofort essen - oder erst eine halbe Stunde später. Und siehe da: Wer auf seine Praline gewartet hatte, genoss sie anschließend umso mehr. Der Grund: Die Verzögerung gab ihnen Zeit, sich den Geschmack der Praline vorzustellen – ihnen lief das Wasser buchstäblich im Mund zusammen. So machen Sie es richtig: Kaufen Sie sich Produkte nicht sofort, sondern warten Sie noch ein wenig. Denn der Verzögerungsgenuss schenkt Vorfreude - und macht umso glücklicher, wenn sie das Produkt letztlich besitzen. Quelle: dpa
Tipp 7: Helfen Sie anderen MenschenSchon Warren Buffett wusste es: „Geben ist seliger denn nehmen“. Denn Menschen sind soziale Wesen - deswegen macht es uns glücklich, anderen zu helfen. Auch finanziell. So machen Sie es richtig: Wenn Buffet durch Spenden glücklicher werden konnte, können Sie das auch. Überlegen Sie doch mal, wie es wäre, Ihr Geld für andere Menschen auszugeben. Das kann Sie sogar noch glücklicher machen, als sich selbst zu verwöhnen. Quelle: dpa

Die Verbraucher werden die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung der GfK-Marktforscher im laufenden Jahr noch stärker ankurbeln als bisher. "Der Konsum spielt eine tragende und überdurchschnittliche Rolle", sagte GfK-Chef Matthias Hartmann der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Die Ausgaben der privaten Haushalte dürften demnach real um zwei Prozent steigen und damit stärker als im vergangenen Jahr und erneut kräftiger als die Gesamtwirtschaft. "Unsere Schätzung ist konservativ", erläuterte Hartmann. "Wenn es gut läuft, kann es ein Schluck mehr werden."

Dank der Rekordbeschäftigung, steigender Löhne und niedrigerer Preise für Benzin und Heizöl haben die Verbraucher mehr Geld in der Tasche - und geben es nach Einschätzung der GfK auch aus. Denn die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) nehme den traditionell Sparbuch-verliebten Deutschen die Lust daran, Geld zurückzulegen. "Die Sparneigung wird nicht motiviert", so Hartmann. Besonders bei größeren Ausgaben werden sich die Konsumenten der Prognose zufolge freigiebig zeigen: "Erlebnisreisen, Renovierungen, neue Küchen und Möbel sind gefragt." Lebensmittelhändler und Drogerien dürften dagegen lediglich mit einem Plus von 1,5 Prozent und die übrigen Einzelhändler durchschnittlich mit 1,7 Prozent rechnen. "Die Leute gehen aus, und sie achten auf Qualität", ergänzte der GfK-Chef. "Das sind typische Indizien für Zeiten, in denen es den Menschen gutgeht."

Die Risiken durch die Flüchtlingskrise und ein mögliches Auseinanderdriften der EU, durch Terrorismus und die Schwäche von Schwellenländern dürften die Kauflaune kaum trüben. "Die Realität im Portemonnaie der Verbraucher sieht anders aus. Die sehr guten innerdeutschen Rahmenbedingungen überlagern die potenziellen Gefahren von außen." Zu den Risiken zähle auch der Energiepreis-Verfall, von dem die Verbraucher bisher stark profitierten, der sich aber mittel- und langfristig als Bumerang erweisen könne. Wenn betroffene Branchen ihre Investitionen verringerten, könnte sich dies negativ auf die Arbeitsplätze in Deutschland auswirken.

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Im vergangenen Jahr stiegen die Konsumausgaben der Privathaushalte in Deutschland nach Daten der EU-Kommission um 1,9 Prozent. Das waren 0,4 Punkte mehr, als die GfK zu Jahresbeginn prognostiziert hatte. Die deutsche Wirtschaft, die im vergangenen Jahr um 1,7 Prozent zulegte, dürfte 2016 nach Einschätzung der Bundesregierung im selben Tempo weiterwachsen, während die EU-Kommission der größten Volkswirtschaft Europas ein Plus von 1,9 Prozent zutraut.

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