Kontrolle Bankenaufsicht warnt vor Risiken bei Gewerbeimmobilien-Engagements

Die EZB-Bankenaufsicht prüft seit 2018, wie die Institute mit Gefahren auf dem Markt für Gewerbeimmobilien umgehen. Quelle: dpa

Die EZB-Bankenaufsicht sieht für die Geldhäuser im Euro-Raum große Risiken. Nach Vor-Ort-Inspektionen hätten Kontrolleure Bedenken geäußert.

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Die EZB-Bankenaufsicht sieht für die Geldhäuser im Euro-Raum große Risiken bei ihren Engagements in Gewerbeimmobilien. Nach Vor-Ort-Inspektionen hätten Kontrolleure Bedenken hinsichtlich der Kreditvergabe-Standards, der Bewertung von Sicherheiten und der Überwachungsprozesse erhoben, berichtet die Europäische Zentralbank (EZB) am Mittwoch in einem Newsletter zu Aufsichtsthemen.

Es sei besorgniserregend, dass viele dieser Probleme bereichsübergreifend seien und über Gewerbeimmobilien hinausgingen. Die Euro-Notenbank ist seit Herbst 2014 für die Kontrolle der Großbanken im Euro-Raum zuständig.

Die EZB-Bankenaufsicht prüft seit 2018, wie die Institute mit Gefahren auf dem Markt für Gewerbeimmobilien umgehen. 40 Bankengruppen wurden laut Aufsicht bislang durchleuchtet. Für das zweite Halbjahr 2022 sind dem Bericht zufolge weitere Inspektionen geplant, was auch für 2023 erwogen wird.

Im vergangenen Jahr startete die EZB zudem eine zielgerichtete Untersuchung, die das Kreditrisiko-Management der Institute bei ihren Gewerbeimmobilien-Engagements im Fokus hat. Der Sektor, in den im Zuge der langanhaltenden Niedrigzinsphase erhebliche Investitionen geflossen waren, gilt unter anderem durch die Folgen der Corona-Pandemie als besonders verwundbar.

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Zwar hätten viele Institute ihre Bilanzen aufgeräumt, doch einige kämpften noch immer mit faulen Gewerbeimmobilien-Krediten aus der Finanzkrise, hieß es im Bericht. In Europa entfielen derzeit rund 30 Prozent aller notleidenden Kredite der Banken auf Gewerbeimmobilien. „Da die Inflation anzieht und die Zentralbanken mit einer Straffung der Geldpolitik reagieren, können höhere Zinsen den Druck auf den Immobiliensektor erhöhen“, warnen die Aufseher.

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