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Krisenfirmen Fünf Prozent weniger Insolvenzen in Deutschland 2012

Exklusiv

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist im vergangenen Jahr um rund fünf Prozent gesunken.

Fahne mit dem Schriftzug Centrotherm Quelle: dpa

Insgesamt wurden 15.045 Insolvenzverfahren über Kapital- und Personengesellschaften eingeleitet. Das geht aus einer Erhebung der Online-Plattform Insolvenz-Portal für die WirtschaftsWoche hervor. Dabei wurden sämtliche Veröffentlichungen deutscher Amtsgerichte zu Unternehmensinsolvenzen ausgewertet. Das Statistische Bundesamt wird die offiziellen Zahlen erst in einigen Wochen mitteilen.

Breite Anwendung fanden laut der Erhebung die neuen Sanierungsmöglichkeiten für Krisenunternehmen. Seit März 2012 ermöglicht das Gesetz zur Erleichterung der Sanierung von Unternehmen, kurz ESUG, die Anwendung neuer Instrumente wie Eigenverwaltung und Schutzschirmverfahren. Von März bis Dezember 2012 nutzten demnach bereits 124 Unternehmen die Sanierungswerkzeuge, berichtet die WirtschaftsWoche. Darunter waren prominente Unternehmen wie die Schuhkette Leiser, das Solarunternehmen Centrotherm oder die Nachrichtenagentur dapd.

26 Fälle wurden erfolgreich abgeschlossen oder stünden kurz vor dem Abschluss, sagte Jens Décieux, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft des Insolvenz-Portals, dem Magazin. 29 ESUG-Verfahren wurden in reguläre Insolvenzverfahren überführt. In den übrigen Verfahren ist der Ausgang noch offen.

„Die Bilanz ist zweigeteilt“, urteilt Décieux. Einerseits würden die neuen Sanierungsinstrumente genutzt. Die Zahl der ESUG-Anmeldungen „ist beachtlich, und es gibt etliche Verfahren, die sehr schnell erfolgreich abgeschlossen wurden“, sagt der Insolvenz-Experte. Andererseits „ist aber auch die Zahl von Fällen hoch, bei denen die ESUG-Instrumente scheitern“.

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