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Lahmende BRIC-Staaten Konjunkturalarm am Weltmarkt

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Abhängigkeit von Wachstumsmotoren

Deutsche Unternehmen registrieren diese Entwicklung mit Sorge. Ihre Abhängigkeit von diesen Wachstumsmotoren hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. 1999 exportierten sie Waren im Wert von etwa 20 Milliarden Euro in die BRIC-Staaten, das war rund ein Drittel der Ausfuhren in die USA.

2011 bereits führten sie Waren im Wert von mehr als 120 Milliarden Euro in die BRIC-Staaten aus, fast doppelt so viel wie in die USA. China avancierte in dieser Zeit zum fünftgrößten Abnehmer für deutsche Produkte – von Platz 16.

Die BRICs übertrumpften sogar die sonst so bedeutenden Exporte in die europäischen Länder Griechenland, Portugal, Irland, Italien und Spanien, die sich im vergangenen Jahr aufgrund der Euro-Krise in der Summe nur noch deutsche Güter im Wert von 113,5 Milliarden Euro leisten konnten. Damit konnte das kräftige Wachstum in den BRICs die gesunkene Nachfrage aus der Euro-Zone mehr als ausgleichen. So sanken etwa in den ersten sechs Monaten dieses Jahres die Ausfuhren nach Spanien um fast zwei Milliarden Euro gegenüber dem zweiten Halbjahr 2011.

Wichtig für die deutsche Automobilindustrie

Gleichzeitig stiegen aber die Ausfuhren nach Russland um mehr als zwei Milliarden Euro. Besonders wichtig sind die BRIC-Länder für die deutsche Automobilindustrie. 17 Prozent aller Pkws exportierte sie 2011 in diese Märkte, um fast 30 Prozent wuchsen die Ausfuhren innerhalb des vergangenen Jahres.

Prognose Welt-Automarkt 2012

Nur so konnte sich die deutsche Wirtschaft von der schwelenden Schuldenkrise in Europa abkoppeln. Sie wuchs im vergangenen Jahr um drei Prozent, und 2012 werde das Plus immerhin noch bei mindestens einem Prozent liegen, lauteten bis vor Kurzem die Prognosen. Doch jetzt rudern die Analysten kräftig zurück. Allenfalls 0,5 Prozent Wachstum seien in diesem und im nächsten Jahr drin, heißt es bei der Commerzbank, die Deutsche Bank erwartet immerhin noch 0,8 Prozent.

Runde Konjunktur im ersten Quartal

Das liegt aber vor allem am ersten Quartal, in dem lief die Konjunktur noch rund. Für das zweite Halbjahr erwarten die Deutsche-Bank-Volkswirte, dass die Wirtschaft fast nicht wächst, sogar ein Schrumpfen halten sie für möglich.

Der Grund: Zusätzlich zur schwachen Weltwirtschaft kommen auch die Einschläge durch die Euro-Krise näher. Deutschlands Nachbarländer können sich unsere oftmals teuren Ausfuhrgüter nicht mehr leisten.

Im Juni unterschritten die deutschen Ausfuhren in die Länder der Währungsunion ihr Vorjahresniveau um drei Prozent, und auch die weltweite Nachfrage kühlt ab: Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat die Prognose des globalen Wirtschaftswachstums für 2012 jüngst auf 3,5 Prozent gesenkt – nach 3,9 Prozent im Vorjahr.

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