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Leitzins unverändert Fed zögert Konjunkturspritze hinaus

Die US-Notenbank belässt den Leitzins bei 0,25 Prozent, eine neue Konjunkturspritze soll es vorerst nicht geben. Die Märkte reagierten enttäuscht, der Dow Jones drehte ins Minus.

Notenbanken im Kaufrausch
Ben Bernanke Quelle: dpa
Bank of London Quelle: REUTERS
Yen-Schein Quelle: REUTERS
Eine Ein-Euro-Münze und ein Schweizer Franken Quelle: dpa

Trotz der Wirtschaftsflaute verzichtet die US-Notenbank Fed vorerst auf eine neue Konjunkturspritze. Die Federal Reserve (Fed) lässt die Tür für eine geldpolitische Lockerung jedoch weiter offen und will bei Bedarf zusätzliche Maßnahmen zum Ankurbeln der Wirtschaft ergreifen.

Die Konjunktur habe in der ersten Jahreshälfte „etwas Tempo verloren“ und auch der Arbeitsmarkt sei noch weit von Normalität entfernt, erklärte der Fed-Offenmarktausschuss am Mittwoch. Den Leitzins beließen die Notenbanker um Fed-Chef Ben Bernanke wie erwartet bei null bis 0,25 Prozent. Zudem signalisierten sie erneut, den Schlüsselzins bis tief ins Jahr 2014 hinein auf ultraniedrigem Niveau belassen zu wollen.

An der Wall Street drehte der Dow Jones-Index nach dem Zinsbeschluss ins Minus. „Die Märkte sind enttäuscht“, sagte Ökonom Steven Ricchiuto von Mizuno Securities. „Das ist doch absolut dünn. Offenbar gibt es interne Debatten in der Fed.“ Die Notenbanker fassten die Textpassage zu möglichen Hilfen für die Konjunktur allerdings etwas konkreter als im Juni. Damals hatten sie lediglich Bereitschaft bekundet, weitere Maßnahmen zu ergreifen.

Manche Experten halten es für wahrscheinlich, dass zumindest das Niedrigzinsversprechen bei einer weiterhin schleppenden Wirtschaftsentwicklung in den kommenden Wochen und Monaten auf Ende 2015 verlängert wird. Dabei dürften die Notenbanker aber auf Widerstand bei Fed-Mitglied Jeffrey Lacker stoßen, der sich auf der jüngsten Sitzung bereits gegen einen festen Zeithorizont für das Bekenntnis ausgesprochen hatte.

Zugleich könnte es auf der September-Sitzung der Notenbank wieder spannender zugehen, wenn Bernanke nach dem Zinsbeschluss vor die Presse tritt: Dann liegen die aktualisierten Konjunktur- und Zinsprognosen der Mitglieder des Offenmarktausschusses vor. Sollten diese substanziell nach unten revidiert werden, könnte die Fed bereits mit einer Konjunkturspritze reagieren.

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