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Neue Berechnungen Steuern und Abgaben seit 1991 um 22 Prozent gestiegen

Arbeitnehmer verdienen heute real und netto weniger als 1991, obwohl die Wirtschaft um 27 Prozent wuchs. In der gleichen Zeit kletterten die Steuern und Sozialabgaben um 22 Prozent, so dass der Bruttolohnanstieg mehr als aufgefressen wurde.

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Arbeitnehmer verdienen heute Quelle: dpa

Zu diesem Ergebnis kommt die WirtschaftsWocheanhand eigener Berechnungen auf Basis der Daten des Statistischen Bundesamtes. Michael Hüther, Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), forderte von der Bundesregierung im Interview mit der WirtschaftsWoche, das Brutto-Netto-Gefälle zu reduzieren. Die Koalition müsse jetzt handeln und den Staatshaushalt sanieren, um Freiraum für Steuersenkungen zu schaffen, so Hüther. Wichtig sei vor allem „eine Strukturreform bei der Einkommensteuer, die der Mittelschicht Erleichterung verschafft, denn die ist bei den vorangegangenen Reformen viel zu kurz gekommen".

Gleichzeitig warnt Hüther vor überzogenen Lohnabschlüssen 2008: „2007 sind die Tariflöhne im Schnitt um rund 2,5 Prozent erhöht worden. Dieses Ergebnis halte ich in diesem Jahr für die absolute Obergrenze – zumal die wirtschaftliche Dynamik sinkt." Scharf rügte der IW-Chef die Forderung verschiedener Spitzenpolitiker nach kräftigen Lohnzuschlägen. Hüther in der WirtschaftsWoche: „Es ist nicht Aufgabe der Regierung, den Tarifparteien Vorschläge zu machen – und schon gar nicht, sich dabei propagandistisch auf eine Seite zu schlagen. Das sind einmalige Vorgänge, die die Tarifautonomie beschädigen."

Hüther sieht in der Einmischung der Politik in die Tarifrunde keinen Einzelfall. „Die Koalition ist ordnungspolitisch völlig orientierungslos. Wir erleben derzeit die Renaissance des interventionistischen Staates.“ Nicht nur die Debatte um staatliche Mindestlöhne ist laut Hüther „ökonomischer Unsinn“, genauso schädlich seien die geplanten Hürden für ausländische Investoren. Hüther: „Das ist eine Attacke auf die Investitonsfreiheit und würde unserem Land, das von mobilem Kapital lebt enormen Schaden zufügen. Jetzt will sich der Bundesarbeitsminister sogar noch in die Personalplanung ausländischer Investoren einmischen. Das ist absurd.“

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