Niedriger Öl-Preis Saudi-Arabiens Haushaltsdefizit steigt auf fast 100 Milliarden

Saudi-Arabien hat mit dem anhaltend niedrigen Ölpreis auf dem Weltmarkt zu kämpfen. Das ist nun auch im Haushalt zu spüren: Das Defizit steigt auf ein Rekordhoch von fast 100 Milliarden Euro.

Ein Ölfeld in der Wüste, rund 150 Kilometer von Riad in Saudi-Arabien. Quelle: dpa

Der anhaltend niedrige Ölpreis auf dem Weltmarkt hat ein Rekordloch in den saudi-arabischen Staatshaushalt gerissen. Als Reaktion darauf kündigte die Regierung in Riad an, dass Ausgaben reduziert und mehr Einnahmen außerhalb des Ölsektors generiert werden müssten.

So würden die Subventionen für Wasser, Strom und Ölprodukte angepasst, teilte das Finanzministerium mit. Zusätzlich würden Steuern beispielsweise auf Erfrischungsgetränke und Tabak angehoben. Außerdem plant die Regierung Strukturreformen, darunter die Privatisierung einer Reihe von Wirtschaftsbereichen.

Wissenswertes über Saudi-Arabien

In diesem Jahr steigt das Haushaltsdefizit in dem Land auf ein Rekordhoch von 367 Milliarden Rial (rund 90 Milliarden Euro). Im kommenden Jahr will die Regierung die Finanzierungslücke auf 326 Milliarden Rial reduzieren.

Dazu sollen die Ausgaben auf 840 Milliarden Rial von 975 Milliarden Rial in diesem Jahr gesenkt werden. Bei den Einnahmen erwartet die Regierung einen weiteren Rückgang auf 514 Milliarden von 608 Milliarden Rial 2015.

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Die Haushaltsplanung lässt darauf schließen, dass Saudi-Arabien nicht mit einer schnellen Erholung des Ölpreises rechnet, sondern eine jahrelange Periode billigen Öls erwartet. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte bereits im Oktober ein Umsteuern in dem Land angemahnt und darauf verwiesen, dass Saudi-Arabien andernfalls innerhalb von fünf Jahren das Geld ausgehen könnte.

König Salman gab sich optimistisch, dass sein Land die anstehenden tiefgreifenden Reformen schaffen wird: "Unsere Wirtschaft hat das Potenzial, diese Herausforderung zu bestehen", sagte er.

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