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Notenbanken Sozialer Friede in Gefahr

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Das Wahlvolk beginnt zu rebellieren

Doch Zentralbanken und ihre Ökonomen beglücken die Öffentlichkeit mit immer neuen Durchhalteparolen und zweifelhaften Studien. Eigentlich geht es sechs Jahre nach der Finanzkrise nur um Krisenprävention und darum, die Aktien- und Anleihemärkte in ihren Kursbahnen zu halten. Derweil beginnt das Wahlvolk zu rebellieren. Die unorthodoxe Geldpolitik hat Vermögenswerte aufgeblasen und zugleich zu einer weiteren Konzentration des Vermögens bei den Reichen und Superreichen gesorgt. So gesehen könnten die Notenbanken den Parteien am äußeren Rand des politischen Spektrums noch ungewollt Unterstützung bieten.

In den USA, einst die Heimat des Kapitalismus, sind ein Jahr vor den Präsidentschaftswahlen sozialistische Kandidaten im Aufwind, etwa Senator Bernie Sanders aus Vermont. Der Gegenspieler von Hillary Clinton als Präsidentschaftskandidat der Demokraten sagt, dass über die vergangenen drei Jahrzehnte eine massive Umverteilung von Vermögen stattgefunden habe, von der Mittelklasse und den Arbeiterfamilien hin zu Donald Trump und seinen (Milliardärs-) Freunden.

Neueste Studien zur Vermögensverteilung geben Sanders Recht. Nach einer Untersuchung der Bank of America über die Folgen der US-Notenbankpolitik für die Einkommens- und Vermögensverteilung besitzen 90 Prozent der Amerikaner nur noch 23 Prozent des US-Vermögens und damit in etwa so viel wie die reichsten 0,1 Prozent. Die amerikanische Mittelklasse löst sich auf.

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Die umfassendste und wohl auch verlässlichste Studie zur weltweiten Vermögensverteilung ist der unlängst veröffentlichte „Global Wealth Report“ der Schweizer Großbank Credit Suisse. Der Bericht untersucht die Vermögenswerte von 4.800 Millionen Erwachsenen aus mehr als 200 Ländern. Demnach besitzen die reichsten 0,7 Prozent der Weltbevölkerung inzwischen fast die Hälfte des globalen Vermögens, das mit 250.000 Milliarden Euro beziffert wird. Die Vermögenskonzentration hätte damit einen neuen Rekordwert erreicht. Die Analysten der Credit Suisse führen das vor allem auf den gestiegenen Anteil von Finanzanlagen am Gesamtvermögen zurück. So stieg der Wert aller weltweit gehandelten Aktien in diesem Jahr auf den Rekordwert von 73.300 Milliarden Dollar. Allein zwischen Juni 2014 und Juni 2015 legte die Weltaktienmarktkapitalisierung um etwa 10.000 Milliarden Dollar.

Das erstaunlichste Ergebnis des Reports: In Nordamerika und Europa leben inzwischen mehr Arme als in China. In Nordamerika leben 10 Prozent der Ärmsten der Welt, in Europa gar 20 Prozent.

Es wird offenbar höchste Zeit, die Notenbankpolitik mit Blick auf den sozialen Frieden auf den Prüfstand zu stellen.

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