WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

OECD-Beschäftigungsausblick 2014 Deutschland hat ein Problem mit der Langzeitarbeitslosigkeit

Seite 2/2

Der Mindestlohn als Stütze

Die Bundesregierung wird von der OECD – ebenso wie die USA – dazu aufgerufen, dafür Sorge zu tragen, dass die Löhne für Niedrigverdiener nicht noch weiter sinken. Denn obwohl die Arbeitslosigkeit in Deutschland und den USA stark zurückging, liegt der Anteil der Niedrigverdiener mit 20 bzw. 25 Prozent noch weit über dem OECD-Schnitt.

Ein probates Mittel hierfür sei laut OECD der gerade in Deutschland eingeführte Mindestlohn. „Die Einführung des Mindestlohns in Deutschland wird dazu beitragen, die Einkommen der Geringverdiener zu erhöhen und die Zahl der Arbeitnehmer in Armut zu senken“, heißt es in dem Bericht. Ab dem 1. Januar 2015 steigt für fast vier Millionen Deutsche der Lohn auf 8,50 Euro pro Stunde. Damit beträgt der Mindestlohn etwa die Hälfte des Medianeinkommens von Vollbeschäftigten in Deutschland. Das entspricht dem Niveau von Belgien und Großbritannien, liegt aber noch unter dem Niveau Frankreichs.

In Deutschland wurden zuletzt immer wieder kritische Stimmen in Bezug auf den Mindestlohn laut. So äußerte sich der Bundesbank-Vorsitzende Jens Weidmann im Juli: „Auch wenn die Erfahrungen in anderen Ländern nicht dafür sprechen, dass ein Mindestlohn die Arbeitslosigkeit erhöht, droht er die Beschäftigungsdynamik zu belasten.“ In 26 OECD-Ländern gibt es bereits einen Mindestlohn oder er wird gerade eingeführt.

Neben den rein quantitativen Aspekten betrachtet die OECD in diesem Jahr erstmals die Beschäftigungsqualität, die sie über die folgenden Dimensionen bewertet:

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Die Stärken und Schwächen des deutschen Arbeitsmarkts

    Die Qualität des Arbeitsumfelds ist vielen Deutschen zufolge nicht besonders hoch. Länder wie die Niederlande oder Dänemark schneiden hier deutlich besser ab. Bezüglich des Arbeitseinkommen und der Arbeitsmarktsicherheit liegt Deutschland über dem OECD-Durchschnitt.

    Allerdings bemängelt die OECD das in Deutschland der Unterschied in der Arbeitsplatzsicherheit von befristeten Jobs und unbefristeten zu groß sei. Während Krisenländer wie Spanien, Italien oder Griechenland mit Reformen dagegen angingen, die zwar noch Zeit benötigten, aber erste Erfolge zeigten, böten befristete Stellen in Deutschland allzu oft keine Chance auf eine Festanstellung.

    Inhalt
    Artikel auf einer Seite lesen
    Zur Startseite
    © Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%