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Österreichischer Notenbank-Chef Robert Holzmann: Notfall-Anleihenkäufe könnten im März enden

Das zu Pandemiebeginn 2020 beschlossene PEPP-Programm ist derzeit eine der wichtigsten Waffen der EZB im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Virus-Krise. Quelle: dpa

Wann hat die Notfall-Geldpolitik der EZB ein Ende? Österreichs Notenbank-Chef sagt: im kommenden März. Die Schweiz hingegen kann eine Normalisierung noch nicht abschätzen.

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Die Notfall-Geldpolitik der EZB könnte aus Sicht von Österreichs Notenbank-Chef Robert Holzmann im nächsten März enden. Das Anleihen-Kaufprogramm PEPP werde auslaufen, wenn die Notfalllage vorbei ist, sagte das Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) am Montag bei einer Diskussionsrunde des Bankhauses UBS. „Wir wissen das noch nicht, aber im Augenblick schaut es so aus, dass das Ende im März ist,“ sagte er. Aktuell sei die Notfalllage noch nicht vorüber. Im September werde die Notenbank eine bessere Sicht der Lage haben.

Holzmann verwies auf der Veranstaltung zudem auf die jüngsten Prognosen der Ökonomen zur Geldpolitik. Nach einer Umfrage der EZB erwarten sie ein planmäßiges Auslaufen der PEPP-Käufe Ende März 2022. Die Experten rechnen außerdem nicht damit, dass die EZB ein älteres APP genanntes Kaufprogramm 2022 aufstockt, um das Auslaufen des PEPP-Programms abzufedern. Dazu sagte Holzmann: „Dies ist wie der Markt das sieht und ich denke, dass der Markt die richtige Bewertung abgibt.“

Das zu Pandemiebeginn 2020 beschlossene PEPP-Programm ist derzeit eine der wichtigsten Waffen der EZB im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Virus-Krise. Es ist auf insgesamt 1,85 Billionen Euro angelegt - mehr als eine Billion Euro des Kaufrahmens wurde bereits genutzt. Mit den Käufen will die EZB während der Pandemie günstige Finanzierungsbedingungen sichern.



Die Schweizer Notenbank sieht ein Ende der expansiven Geldpolitik hingegen noch in weiter Ferne. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) stehe „nicht einmal annähernd“ davor, eine Normalisierung einzuleiten, sagte Direktoriumsmitglied Andrea Maechler bei der gleichen Konferenz. Die expansive Geldpolitik sei absolut notwendig. Die Zentralbank hat Maechler zufolge nicht damit begonnen, ihre riesige Bilanz zu reduzieren. Eine festgelegte Abfolge von Maßnahmen, die die SNB ergreifen würde, sollte sie sich zu einem Kurswechsel entschließen, gebe es nicht, sagte die SNB-Direktorin.

Mehr zum Thema: Immer mehr Banken bürden Sparern Negativzinsen auf. Nun senkt auch Europas größte Direktbank die Freibeträge auf Giro- und Tagesgeldkonten.

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