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Ostdeutschland Vollbeschäftigung durch weniger Menschen

In zehn Jahren könnte es in den neuen Bundesländern keine Arbeitslosigkeit mehr geben. Allerdings sind dafür weder des Wirtschaftswachstum noch die Politik verantwortlich.

Wegen des Bevölkerungsrückgangs dürften bald in Ostdeutschland mehrere Platenbauten leer stehen. Quelle: dpa

In Ostdeutschland, dem wirtschaftlichen Sorgenkind der Bundesrepublik, wird es in etwa zehn Jahren Vollbeschäftigung geben. So lautet zumindest die Prognose des ifo Institutes Dresden, einer Nebenstelle des Münchner Instituts. Es gibt allerdings kein Grund zur Freude - denn nicht ein Konjunkturboom noch eine besonders gute Wirtschaftspolitik der Länder wird für gute Arbeitsmarktdaten sorgen. Sondern: die demografische Entwicklung.

Der Osten schrumpft nämlich. Junge und gut ausgebildete Menschen ziehen weg, das Arbeitskräftepotenzial fällt pro Jahr um 1 bis 1,5 Prozent. Bei der aktuellen Wachstumsprognose geht die ifo-Nebenstelle in Dresden auch von einem kleinerem Wachstum als in Westdeutschland aus. Für das kommende Jahr soll das Wachstum im Osten inklusive Berlin nur bei 0,5 liegen.

Insgesamt geht das aber die deutsche Wirtschaft mit wachsender Zuversicht ins neue Jahr. Der Ifo-Geschäftsklimaindex - das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer - stieg im Dezember erneut überraschend stark. Die befragten Unternehmen bewerteten ihre derzeitige Geschäftslage zwar etwas schlechter, ihre Aussichten aber viel optimistischer. Ifo-Konjunkturchef Kai Carstensen erwartet, „dass es 2013 klar aufwärts geht“.

Der ifo-Chef Hans-Werner Sinn erklärte: „Die Firmen bewerten ihre aktuelle Lage zwar etwas weniger günstig als im Vormonat. Jedoch hat der Pessimismus bezüglich der weiteren Geschäftsentwicklung deutlich abgenommen“. In der Industrie verzeichneten die Geschäftserwartungen den stärksten Anstieg seit August 2009. „Auch die Erwartungen an das Exportgeschäft sind erneut gestiegen.“

Allein die wachsende Nachfrage aus China und den südasiatischen Schwellenländern dürfte den Exportrückgang in die Euro-Krisenländer gut auffangen, und auch die Ausfuhr in die USA dürfte weiter wachsen, erklärte Carstensen. Und in die Euro-Schuldenkrise sei etwas Ruhe eingekehrt. Viele Unternehmen hätten 2012 geplante Investitionen verschoben, „aber ab einem bestimmten Punkt müssen sie wieder investieren, und die Unsicherheit verzieht sich jetzt ein bisschen“. Ab nächstem Sommer dürfte die Nachfrage kräftig kommen, sagte der Ifo-Konjunkturchef.

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