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Post aus Harvard

Goldrausch mit Tücken

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Gold ist also eine schlechte Absicherung gegen Inflation. Es gibt bessere Möglichkeiten. Die US-Regierung etwa bietet einen guten Schutz vor Inflation in Form von Treasury Inflation Protected Securities (TIPS). Eine 10-jährige inflationsgeschützte Anleihe sorgt nicht nur für Zinsen und Kapital, die mit dem CPI Schritt halten, sondern zahlt derzeit auch einen Realzins, der sich auf etwas mehr als 1 Prozent beläuft. Sollte das Preisniveau fallen, wird der ursprüngliche nominale Kaufpreis über eine neu ausgegebene TIPS-Anleihe zurückerlangt.

Gold ist ebenfalls eine schlechte Absicherung gegen schwankende Wechselkurse. 1980 war ein Dollar 200 Yen wert. 25 Jahre waren es nur noch 110 Yen. Da Gold in beiden Jahren 400 Dollar kostete, trug der Besitz von Gold nicht dazu bei, den Dollar-Wertverlust auszugleichen. Ein japanischer Investor mit Dollaraktien oder Immobilien dagegen hätte den Wechselkursverlust ausgleichen können, indem er Yen-Futures kauft. Dasselbe gilt für Anleger, die auf Eurobasis investieren, und mit dem Besitz von Gold nichts verdient hätten - dagegen aber die Kursabschwächung des Dollar durch den Kauf von Euro-Futures hätten ausgleichen können.

Goldkauf bleibt riskante Investition

Kurz gesagt: Es gibt bessere Möglichkeiten als Gold, um sich vor dem Inflations- und Wechselkursrisiko zu schützen. TIPS oder die entsprechenden Anleihen anderer Staaten schützen vor Inflation, Währungs-Futures können Wechselkursrisiken ausgleichen.

Und machen wir uns nichts vor: Der Goldkauf ist und bleibt eine riskante Investition, eine reine Spekulationsinvestition. Es ist unmöglich vorherzusagen, wohin der Preis tendiert. In den nächsten Jahren könnte er auf 500 Dollar pro Unze fallen - oder auf 2000 Dollar pro Unze steigen. Die Käufer müssen Acht geben.

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