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Post aus Harvard

Neue Haltung gegenüber dem BIP-Wachstum

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Prognosen nach oben revidiert

Es überrascht daher, dass viele Konjunkturbeobachter ihre Prognosen für das BIP-Wachstum 2011 auf der Basis der Steuervereinbarung erheblich angehoben haben. Viele Analysten haben ihre Wachstumsschätzung von 2,5 auf 3,5 Prozent erhöht. Diese Revision nach oben wäre nur plausibel, wenn der Prognostiker zuvor eine Steuererhöhung erwartet hätte. Aber dann wäre die alte Prognose von 2,5 Prozent unvernünftig gewesen.

Der umfangreichste potenzielle Konsumanreiz geht von der jetzt beschlossenen, vorrübergehenden Verringerung der auf Einkommen von bis zu 100.000 Dollar gezahlten Lohnsteuer und Sozialversicherungsabgaben aus. Die Steuerzahlungen dürften dadurch in einer Größenordnung von etwa 0,8 Prozent des BIP sinken. Allerdings ist auch hier unklar, wie viel davon in zusätzlichen Konsum fließt – und wie viel in zusätzliche Ersparnis. Da die Entlastung durch eine verringerte Quellenbesteuerung der Wochen- und Monatslöhne erfolgt, könnte sie von den Arbeitnehmern als stärker von Dauer angesehen werden, als sie es tatsächlich ist - und daher größere Auswirkungen auf die privaten Ausgaben haben als frühere temporäre Steueränderungen, auf die die Haushalte sehr zurückhaltend reagierten.

Obama muss das richtige Signal senden

Die letzte Komponente der Vereinbarung zwischen Obama und Republikanern ist eine vorübergehende Beschleunigung steuerlicher Abschreibungen, die es Unternehmen ermöglicht, 2011 ihre Anlageinvestitionen sofort zu 100 Prozent abzuschreiben. Derzeit ist nur eine Sofortabschreibung von 50 Prozent möglich. Angesichts der aktuell niedrigen Zinsen und der enormen Mengen an Barmitteln in vielen Großunternehmen dürfte diese Maßnahme die Investitionen aber kaum zusätzlich anregen.

Ein größerer Impuls für Unternehmensinvestitionen ist psychologischer Natur und könnte von Obamas Bereitschaft ausgehen, die Senkung der Einkommensteuer auf Personen mit hohem Einkommen auszuweiten. Dies signalisiert für viele eine neue – positivere - Haltung der Regierung gegenüber Unternehmen und wohlhabenden Schichten. Wir wollen hoffen, dass dies stimmt.

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